Freitag, 26. Dezember 2014

On the road

Nach sieben entspannten und erholsamen Tagen verlasse ich die Insel. Christian ist seit zwei Tagen bei seinem Vater, der in der Nähe von Pattaya lebt. Jetzt soll es weiter in den Khao Yai Nationalpark gehen. Das ist der älteste der Parks in Thailand und sehr groß.

Doch zunächst muß eine Fahrtmöglichkeit her. Mit Christian war zunächst locker verabredet, ich käme auch nach Pattaya und dann gemeinsam weiter. Ein Blick auf die Karte zeigte jedoch, dass ich theoretisch schneller und einfacher zu unserem Ziel kommen kann. Also einen letzten Morgentee + Zigarette zur Morgensonne in der SeaBreez genossen, 'nen Roller für 'ne Stunde gemietet (für 100 Bath, ohne Papierkrieg oder Pfand -man kennt mich ja, war schon zweimal Kunde ...), zum Ticketbüro am Hafen gefahren und von der freundlichen englisch sprechenden Dame erfahren, dass es per Bus oder Bahn keine Direktverbindung in die Nähe von Prachantakham, meinem Ziel in der Gegend des südlichen Eingangs zum Park gibt. Klar, man kann mit offenen Pickups, die hinten 'ne Ladefläche mit Sitzbänken rechts und links haben fahren. Aber dazu sollte man Thai sprechen um nicht in Laos oder Kambodscha zu landen. Also nicht die reizvolle aber risikobehaftete Variante.

Hier sollte ich vielleicht mal erwähnen, dass außerhalb der Touristenregionen und oftmals selbst dort kaum jemand englisch spricht. Und wenn dann doch, ist die Antwort meist ein mir nicht verständlicher Singsang. Aber das kommt! Sobald ich mir in Gesprächen - und selbst die simpelste Frage ist ein Gespräch, denn Thais lassen dich nicht stehen, bis du dich abwendest, höflich natürlich - vorstelle wie eine Ente englisch quakt, verstehe ich, was gemeint ist.

Okay, also nach Pattaya. Da noch viel Zeit bis zum ablegen der Fähre war, habe ich den Roller genutzt und bin morgens um halb zehn bei 32 Grad über die Straßen gerollert. Rucksack gepackt, mit dem Roller zum Hafen gefahren (4 Minuten Fahrzeit), Rucksack dort abgestellt, wieder zurück und ein letztes mal über den langen Strand der Bucht zum Hafen. Ruff uffe Fähre und tschüß Koh Samed.

... und in Ban Phe rein in den klimatisierten Minbus und in eineinhalb Stunden in Pattaya. Von der Busstation noch mit nem Roller (Rucksack auf dem Rücken, also quasi zu dritt, was hier nicht selten ist. Hier wird alles als Transportmittel für alles genutzt, und zwar immer mehr als sein sollte) zu Christians Vater. Der hatte einen Transport zum Park geordert. Um halb vier war ich da, um vier sollte es weiter gehen. Gegen sieben leeren wir das dritte Bier, kurz danach kam der organisierte Fahrer und dann ging los....

Leider hatten ca. 500000 Thailänder die gleiche Idee, da es aus einem nur Buddha nachvollziehbaren Grund irgendwelche Feiertage gab (nicht das es hier für den Durchschnittsthai so etwas wie einen freien Tag gibt) und diese Massen über die selbe Straße wie wir wollten (okay, es gab keine Alternative). Das Ergebnis waren rd. 200 km in sechseinhalb Stunden. Bei der Ankunft gegen halb zwei nachts war die avisierten Unterkunft bereits geschlossen aber mit vereinten Kräften (unser Navi,  die Kids auf der Tankstelle und der Initiative unseres Fahrers) bekamen wir dann noch ein Zimmer in einem 'Motel' (Parkplatz direkt vor der Eingangstür) und ca 20 Sekunden nach Betreten des Zimmers schliefen wir.


Dienstag, 23. Dezember 2014

Cruisin' the Island

Heute ist Roller fahren angesagt. Nach dem üblichen morgendlichen Hangover 'Frühstück' in 'unserem' Strandlokal, der SeaBreez, direkt am Meer, das hier morgens immer recht entgegenkommend ist. Also oben warmen Tee rein, während unten die Brandung die Füße kühlt.
Dann zum Rollerverleih, unkompliziert -auch bei der Rückgabe - und günstig (300 Bat [40 Bath ~ 1 €] per Day incl Sprit -okay, den Tankinhalt kann man auf der doch recht kleinen Insel in dieser Zeit nicht verfahren- ) und die Insel erkunden.
Zuerst ganz in den Süden, Aussichtspunkt am Meer (was auch sonst), dann die Strände auf der Ostseite der Insel checken. Erste Bucht - klar, ein Ressort wie fast überall - sehr angenehm und relaxed, auf der Schaukel sitzen und entspannen. Weiter zur nächsten Bucht, Strand, dort der Hammer: auf 'nem Anlegesteg ein Restaurant, in einzelne Bereichen abgetrennt beschattet gegessen. Wow.
Danach die restlichen Strände erkundet. Fazit: wer's ruhig möchte, für den gibt's viele Ressorts, aber wir sind mit unserer Wahl absolut zufrieden, auch wenn der Bass der zahlreichen Strandbars bis spät in die Nacht wummert.
Den Abend bei Moijra, einer alternativ, esoterisch angehauchten Thailänderin und mit nem Strandspaziergang ausklingen lassen.
Zu Hause angekommen noch ein gutes Gespräch mit zwei Baden-Würtembergern, die letztes Jahr hier waren und überrascht über die echt gut ausgebauten Straßen waren - vor einem Jahr gab's meist nur Sandpisten. Aber so wie das nebenan im Bau begriffene nächste Hotel, Pension oder was auch immer gefühlt während unseres bisherigen Aufenthalts von der Bodenplatte bis zur Inneneinrichtung fertig gestellt wurde, bauen die Thais wohl auch ihre Straßen und wohl eigentlich alles. Nebenbei wurde noch ein Verkaufskiosk, der wegen des Baus wohl an der falschen Stelle stand, von ca. 40 Thais mal eben schnell die Straße (ansteigend) hochgetragen und dort abgeladen. Als wir abends wieder kamen, fand der Verkauf bereits am neuen Ortstatt. Ich sage nur: Respekt.
Wieder ein echt schöner Tag voller Eindrücke. Toll...

Sonntag, 21. Dezember 2014

Kleine Insel, tolle Zeit

Es ist inzwischen Sonntag, der 21.12.2014. Ich bin den dritten Tag auf Koh Samed. Heute habe ich das Gefühl, angekommen zu sein, hier, in Thailand.
Bootsausflug zu den benachbarten Inseln des Nationalparks. Koh Samed ist nämlich Teil eines Nationalparks, der die Inseln und einen Teil des Festland umfasst. Das hat zum Beispiel die Folge, dass alle Häuser nur unter den bestehenden Bäumen gebaut werden dürfen. Also keine Häuser über zwei Stockwerke und alles unter den Bäumen 'versteckt'.
In die 'SeaBreeze', einem von Thais direkt betriebenen Restaurant, gegangen, da Christian noch schlief (gleich 15 m vom Hoteleingang, direkt am Strand mit Blick auf die Morgensonne, unter Sonnenschirmen - denn es brutzelt in der direkten Sonne, auch um viertel nach acht - die äußersten Tische stehen im Wasser), angenehm, entspannt, geil.
Kaffee und Wasser musste her. Das was kam war farblich korrekt. Fürs Wasser kein Problem, der Kaffee, viel Zucker und Milch, noch mehr Überwindung und immer wieder Wasser zum Mund spülen und es war ein fantastischer Tagesbeginn. Während der ersten Zigarette begann sich dann auch der Darm zu entspannen. Also alsbald zurück zum Hotelzimmer, keiner da, klopfen, Hämmern, durch den Kopf ziehende Gedanken an Schlüsseldienste, Whattsappnachricht an Christian, zurück zum Strand, nix, kein Christian, die Hitze des Morgens wurde verstärkt durch die Hitze, die nach draußen drängte. Nach 'ner viertel Stunde (in meinem Zustand einer Annäherung an endlose Folter) kam ein Lebenszeichen von Christian, kurz danach getroffen, Schlüssel gekrallt und entspannt.
Dann also auf zur Bootstour. Natürlich mit dem Speedboot,  zwar der kleineren Variante, mit nur ca. 400 PS, aber immerhin! Die Tour war einfach nur geil. Eine Gruppe aus Asiaten (Thais, Chinesen), Amis, irgendwas nordischem, und was weiß ich. Die Deutschen mittendrin. Es galt, fünf Inseln in sechs Stunden zu erkunden. Die erste Insel war zugleich der längste Aufenthalt. Schon das ranfahren war der Hammer. Über der Insel kreiste ein Riesenschwarm von Flughunden. Am Tag. Bei ca. 35 Grad! Dort angelandet, Möglichkeit zum schnorcheln (für mich nicht der burner), während Essen vorbereitet wurde (an einem langen Tisch für alle), lecker Reis und Bratspieß mit nem Stückchen Hähnchen und Ananas - Premiere nach x Jahren, Huhn! -, lecker, kurze Exkursion zum Aussichtspunkt, was meint an zwischen den Bäumen gespannten Seilen einen Abhang hinauf, an dem Skisprungwettbewerbe statt finden könnten. Okay, leicht übertrieben aber bei der Hitze schon astrengend. Belohnung: wirklich tolle Aussicht bei null Wind und dem Gefühl eines Backofens. Schön, wenn man's mag. Dann vor die nächste Insel, dort schnorcheln durch eine natürliche Toröffnung im Fels. Hatte ich keine Lust. Weiter vor eine weitere Insel, dort schnorcheln zwischen Fischschwärmen, sehr tolle Erfahrung, die gucken dich an, sind um dich, ganz nah und berühren dich nur, wenn beabsichtigt. Geil. Danach noch anlanden an zwei weiteren Inseln, Möglichkeit zum Snack und dann zurück zum Strand in Koh Samed. Bis auf die erste sind es kleine Inseln, keine dauerhaft bewohnt aber als Einnahmequelle für den Tourismus genutzt. Kein Plan, ob das gut ist, jedenfalls empfinde ich das Wasser optisch nicht wirklich als sauber. Egal.
Um kurz nach fünf wieder am Strand und kurz danach im Fischrestaurant vom Morgen zwei Bier getrunken, mit Blick auf das Wasser und schön relaxed. Dann zum Zimmer, frisch machen, wieder zum Fischrestaurant und essen. Chillen auf Liegen am Strand, Cocktail, Bier, dann zur Reggaebar und der Abend nahm seinen Lauf.....
... was meint, dass die freundliche Bardame (Thaireggeastyle) uns gern für 1000 Bat 'n kleines Tütchen mit Ganja verkauft. Nach dem gestrigen Erlebnis am gleichen Ort mit einem Norweger, mit dem wir in ca 2 Minuten drei Tüten gezogen und wenig gemerkt hatten, sollte es halt ein Versuch sein. Dementsprechend wurde dosiert. Nur dass die Bardame wohl 'nen Blick für Bedürfnisse hat. Ergebnis: rauchen im Liegestuhl mit Blick aufs Meer. 10 Minuten später war allein die Vorstellung an Bewegung zu viel Bewegung. Irgendwann dann doch los - Chrille hat immer Fressflashs nach dem rauchen, leider war es schon zu spät und alles zu, wie wir eben. Kommunikation lief in eine Richtung, Chrille sah mich an, lächelte freundlich und befand sich ansonsten in einer tiefen Meditation. Irgendwann im Hotelzimmer angekommen und schlafen..