Nach sieben entspannten und erholsamen Tagen verlasse ich die Insel. Christian ist seit zwei Tagen bei seinem Vater, der in der Nähe von Pattaya lebt. Jetzt soll es weiter in den Khao Yai Nationalpark gehen. Das ist der älteste der Parks in Thailand und sehr groß.
Doch zunächst muß eine Fahrtmöglichkeit her. Mit Christian war zunächst locker verabredet, ich käme auch nach Pattaya und dann gemeinsam weiter. Ein Blick auf die Karte zeigte jedoch, dass ich theoretisch schneller und einfacher zu unserem Ziel kommen kann. Also einen letzten Morgentee + Zigarette zur Morgensonne in der SeaBreez genossen, 'nen Roller für 'ne Stunde gemietet (für 100 Bath, ohne Papierkrieg oder Pfand -man kennt mich ja, war schon zweimal Kunde ...), zum Ticketbüro am Hafen gefahren und von der freundlichen englisch sprechenden Dame erfahren, dass es per Bus oder Bahn keine Direktverbindung in die Nähe von Prachantakham, meinem Ziel in der Gegend des südlichen Eingangs zum Park gibt. Klar, man kann mit offenen Pickups, die hinten 'ne Ladefläche mit Sitzbänken rechts und links haben fahren. Aber dazu sollte man Thai sprechen um nicht in Laos oder Kambodscha zu landen. Also nicht die reizvolle aber risikobehaftete Variante.
Hier sollte ich vielleicht mal erwähnen, dass außerhalb der Touristenregionen und oftmals selbst dort kaum jemand englisch spricht. Und wenn dann doch, ist die Antwort meist ein mir nicht verständlicher Singsang. Aber das kommt! Sobald ich mir in Gesprächen - und selbst die simpelste Frage ist ein Gespräch, denn Thais lassen dich nicht stehen, bis du dich abwendest, höflich natürlich - vorstelle wie eine Ente englisch quakt, verstehe ich, was gemeint ist.
Okay, also nach Pattaya. Da noch viel Zeit bis zum ablegen der Fähre war, habe ich den Roller genutzt und bin morgens um halb zehn bei 32 Grad über die Straßen gerollert. Rucksack gepackt, mit dem Roller zum Hafen gefahren (4 Minuten Fahrzeit), Rucksack dort abgestellt, wieder zurück und ein letztes mal über den langen Strand der Bucht zum Hafen. Ruff uffe Fähre und tschüß Koh Samed.
... und in Ban Phe rein in den klimatisierten Minbus und in eineinhalb Stunden in Pattaya. Von der Busstation noch mit nem Roller (Rucksack auf dem Rücken, also quasi zu dritt, was hier nicht selten ist. Hier wird alles als Transportmittel für alles genutzt, und zwar immer mehr als sein sollte) zu Christians Vater. Der hatte einen Transport zum Park geordert. Um halb vier war ich da, um vier sollte es weiter gehen. Gegen sieben leeren wir das dritte Bier, kurz danach kam der organisierte Fahrer und dann ging los....
Leider hatten ca. 500000 Thailänder die gleiche Idee, da es aus einem nur Buddha nachvollziehbaren Grund irgendwelche Feiertage gab (nicht das es hier für den Durchschnittsthai so etwas wie einen freien Tag gibt) und diese Massen über die selbe Straße wie wir wollten (okay, es gab keine Alternative). Das Ergebnis waren rd. 200 km in sechseinhalb Stunden. Bei der Ankunft gegen halb zwei nachts war die avisierten Unterkunft bereits geschlossen aber mit vereinten Kräften (unser Navi, die Kids auf der Tankstelle und der Initiative unseres Fahrers) bekamen wir dann noch ein Zimmer in einem 'Motel' (Parkplatz direkt vor der Eingangstür) und ca 20 Sekunden nach Betreten des Zimmers schliefen wir.