Mittwoch, 31. Dezember 2014

Silvester in Chiang Mai

Nach Natur und Kultur fahren wir nach Chiang Mai, der zweitgrößten Stadt des Landes, im Norden gelegen. Denn es ist Silvester und als Großstädter feiere ich auch gern den Jahreswechsel mit großem Knall. Der sollte auch kommen.

Doch zuvor erlebte ich die krasseste Busfahrt meines Lebens. Der Bus sollte rd. 7 Stunden für die Strecke benötigen (Ich erwähne die Entfernungen übrigens nicht, da sie für die notwendige Zeit zumindest auf dem Landweg keine Rolle spielt). Er war sogar 'schneller', in nur 6,5 Stunden fegte er durch das Land. Aber kann sich jemand vorstellen, sechseinhalb Stunden mit 'nem BVG-Bus zu fahren? So ungefähr war es nämlich, ständige Stops, Leute rein, andere raus, zwischendurch 15 Minuten Pause an einem Busbahnhof, wieder 2, 3 km weiter bis zur nächsten Haltestelle.

Aber ohne Klischees bedienen zu wollen oder zu übertreiben: das war nur die eine Hälfte des Adventures. Hinzu kam der Zustand des Busses. Der kam schon recht voll an, bestimmt aus Bangkok, und war kurz danach übervoll, stehende Menschen im Oberdeck, ich eingepfercht in einen Sitz, der mir nur 5 cm weniger Platz ließ als ich für meine Beine benötigt hätte. Zum Glück - ich bin hin- und hergerissen, bezeichne es rückblickend aber doch so - fand ich einen neuen Platz, als an einer größeren Kreuzung (so fühlte es sich für mich an) mal etwas mehr Menschen aus- als einstiegen. Dieser jedoch hatte den Nachteil, dass sich die Rückenlehne nicht arretieren ließ und ich die 'Fahrt' auf einem Liegestuhl verbrachte. Dazu muß erwähnt werden, dass die vor- und drittletze Sitzreihe des Oberdecks fehlten. Dort stapelte die Busbegleiterin Gepäck und Thais.

An dieser Stelle nochmals DANKE an den vermutlich asiatischen Hersteller des Nackenstützkissen.

Wir kamen schließlich gegen fünf in Chang Mai an. Christian, der die Fahrt über irgendwo im Bus war, verließ diesen recht bleich, völlig unterzuckert und völlig konsterniert. Schade, daß ich kein Bild von dem Bus gemacht habe. Aber beim besteigen hatte ich keinen Argwohn und am Ende wollte ich nur noch weg.
Während wir an einem Imbiss (die sind in jedem Busbahnhof auf irgendeiner Seite) kalte Coke tranken, suchten wir uns 'ne Unterkunft und fanden 'zufällig' ein fantastisches Zimmer in einer Hotelanlage, der 'River View Lodge', unterm Dach mit ca 20 qm, Blick auf den Ping River und den Sonnenaufgang über Palmen und dem Fluß, toller Gartenanlage, Pool und total liebevoll von der thailändischen Besitzerin gestaltet, die auch all ihre Kleidung, den Schmuck usw selbst entwirft. Die Lodge ist zentral in der Stadt gelegen, knapp einen Kilometer von der 'Old Town' entfernt, dem geografischen Zentrum der Stadt.

Das Land beschenkt mich erneut mit Erfahrungen der Gegensätzlichkeit.

Und es ist Silvester!! Also auf zur nächstgelegenen zwingend notwendigen Location, einem Restaurant, von denen wir während der Fahrt zur Lodge gleich am anderen Flußufer einige sahen. Obwohl es Silvester, halb zehn und die Stadt voll ist, bekommen wir im dritten oder vierten Restaurant einen Tisch, auf der Terrasse am Fluss, angenehm, modern. Das Essen kommt zwar erst nach 'ner guten Stunde, aber der Wein ist lecker, die Zigaretten auf einem kleinen Holzsteg direkt am Wasser mit Blick auf die endlose wunderschöne Abfolge der aufsteigenden Lampions schmecken super und das Wetter ist toll (Nachts 18-19 Grad).

Irgendwann verabschieden wir uns vom jungen, sehr gut englisch sprechenden und sich unzählige Male entschuldigenden 'Manager' und gehen zur naheliegenden Brücke, um uns das Feuerwerk, von dem wir im Restaurant erfuhren, anzusehen.
Und das war wirklich der Hammer! Es wurde gar nicht viel individuell geballert, aber an bestimmten Orten wurden für rd 8 Minuten Raketen mit einer Wucht abgeschossen, daß es bei jedem Abschuss im Körper widerhallte.

 Christian und icke in Chiang Mai, auf der Brücke über den Ping River im Menschengewimmel, Bier und Kamera in der Hand, staunend, grinsend und glücklich.

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Wie überall hier im Land leerte sich der Ort des Geschehens nach Abschluss der Aktivität dann sehr schnell und ca 20 Minuten nach Mitternacht lief bereits wieder der Verkehr und auch wir machten uns auf den Weg. Richtung Old City. Mal gucken was so abgeht. Nach ungefähr 200 m, im Verkehrsgewühl (immer und überall), ist die Straße abgesperrt und die Blechlawine teilt sich nach rechts und links. Dahinter ist Markt! Der 'walking market', ein Nachtmarkt, für ein paar Stunden, der in der Stadt an unterschiedlichen Orten stattfindet. Also rein ins Gewühl. Und einen halben Kilometer Stand an Stand mit Garküchen, mobilen Restaurants und Ständen mit eigentlich allem, was verkauft werden kann, überwiegend Kunst, Kunstgegenständen, Schmuck, Leder....puh, irgendwann sind es zu viele Einzeleindrücke, um sie jetzt zu beschreiben. Ich gehe glücklich lächelnd zwischen den Ständen dahin, Silvester um was weiß ich, und es ist gut.

Wir trinken noch ein, zwei Bier beim laufen - die immer zur Straße hin offenen Bars sind alle voll, kein Platz zu bekommen - und fallen schließlich ins Bett.

Neujahr 2015 in Chiang Mai.




Dienstag, 30. Dezember 2014

Sukhothai

Es geht nach Sukhothai, die dortige Ruinen des ersten thailändischen Königreichs besichtigen. Um dort hinzukommen müssen wir zunächst ... - ... richtig, nach Bangkok. Also raus aus der Lodge, an die Straße und einen nach Bangkok fahrenden Minibus anhalten. Das ist einfach, denn die Minibusfahrer sind selbständige Unternehmer, die gern jeden mitnehmen, dabei aber relativ fixe Preise haben. Wir haben das Glück, einen Fahrer zu erwischen, der es eilig hat. Ängstliche Gemüter würden sagen, der fährt wie ein Lebensmüder. Stimmt nicht, denn 20 cm Abstand zur Stoßstange des Vordermanns bei 90 kmh sind völlig ausreichend. Schließlich soll der ja merken, dass man vorbei will. So kamen wir nach 1,5 Stunden im Norden Bangkoks an. Zur Weiterfahrt mussten wir dann aber noch 25 km nach Bangkok rein, zum Busbahnhof. Nachdem wir die Tickets hatten und im Bus saßen standen uns noch rd. 7 Stunden Fahrt bevor. Es zeigten sich mir dann die kleinen aber feinen anatomischen Unterschiede zwischen Asiaten und mir. Dort, wo der Sitz sich nach vorn zu neigen beginnt, um zum Kopfteil zu werden, habe ich noch viel Rücken übrig. Hätte ich mein aufblasbares und universell einsetzbares Nackenstützkissen nicht dabei, wäre ich gestorben.
Schließlich kamen wir Abends im zwischendurch gebuchten Ressort an. Da es bereits wieder dunkel war, nahmen wir die strengen Verhaltensregeln des Besitzers hin und konnten uns über ein großzügiges Zimmer in einer grünen Anlage erfreuen. Zwei Bier und ab ins Reich der Träume.
Das Reisen ist doch irgendwie anstrengend.
Am nächsten Morgen bestätigte sich mein Eindruck vom Vortag. Sukhothai (die bewohnte Stadt, nicht die Ruinenstadt) ist der bisher dreckigste Ort meiner Reise. Also schnell nen Roller gemietet und aus den neuen auf zu den richtig alten Ruinen. Wieder will keiner 'nen Führerschein sehen, also rauf und los. An der ersten großen Kreuzung bin ich etwas irritiert über das Zweiradgewimmel hinter der Kreuzung.  Scheiße, ne Kontrolle. Also schnell nach links abgebogen und über eine Parallelstraße weiter. Wobei parallel meint, ca 10 Km entfernt. Aber egal, Rollerfahren macht Spaß, auch wenn der wichtige rechte Spiegel ab 40 kmh nur noch die Blumen am Straßenrand anzeigt. Angekommen, Eintrittskarte gelöst und dann ganz entspannt mit dem Roller über die weitläufigen Anlagen gefahren. Ein Weltkulturerbe, dass motorisiert erkundet werden kann. Cool.
Die Anlage und die ganzen 'Wat's' (Tempel) sind schon beeindruckend,  auch wenn man wohl an die Spiritualität glauben muß, damit sich deren Zauber offenbart. Jedenfalls habe ich heute beschlossen, dass ich genug 'Wat's' gesehen habe. Also cruisen wir durch die wunderschöne Landschaft und entdecken tolle Orte.
Abends im einzigen noch geöffneten Restaurant gegessen (weil in diesem Ort alles zwischen 20 und 21 Uhr schließt), die gepriesene Bar besucht (gähn) und beschlossen morgen weiter zu fahren. Dorf kann ich auch in D.
An dieser Stelle mal ein Wort zum Lonely Planet Reiseführer (Ausgabe 2014). Das Teil ist mies. Bisher schon so viele Falschinformationen, dass sich der Nutzen arg in Grenzen hält. Lieber doch gleich selbst gucken.
Die Bilder im Kopf waren trotzdem wunderschön.

Freitag, 26. Dezember 2014

On the road

Nach sieben entspannten und erholsamen Tagen verlasse ich die Insel. Christian ist seit zwei Tagen bei seinem Vater, der in der Nähe von Pattaya lebt. Jetzt soll es weiter in den Khao Yai Nationalpark gehen. Das ist der älteste der Parks in Thailand und sehr groß.

Doch zunächst muß eine Fahrtmöglichkeit her. Mit Christian war zunächst locker verabredet, ich käme auch nach Pattaya und dann gemeinsam weiter. Ein Blick auf die Karte zeigte jedoch, dass ich theoretisch schneller und einfacher zu unserem Ziel kommen kann. Also einen letzten Morgentee + Zigarette zur Morgensonne in der SeaBreez genossen, 'nen Roller für 'ne Stunde gemietet (für 100 Bath, ohne Papierkrieg oder Pfand -man kennt mich ja, war schon zweimal Kunde ...), zum Ticketbüro am Hafen gefahren und von der freundlichen englisch sprechenden Dame erfahren, dass es per Bus oder Bahn keine Direktverbindung in die Nähe von Prachantakham, meinem Ziel in der Gegend des südlichen Eingangs zum Park gibt. Klar, man kann mit offenen Pickups, die hinten 'ne Ladefläche mit Sitzbänken rechts und links haben fahren. Aber dazu sollte man Thai sprechen um nicht in Laos oder Kambodscha zu landen. Also nicht die reizvolle aber risikobehaftete Variante.

Hier sollte ich vielleicht mal erwähnen, dass außerhalb der Touristenregionen und oftmals selbst dort kaum jemand englisch spricht. Und wenn dann doch, ist die Antwort meist ein mir nicht verständlicher Singsang. Aber das kommt! Sobald ich mir in Gesprächen - und selbst die simpelste Frage ist ein Gespräch, denn Thais lassen dich nicht stehen, bis du dich abwendest, höflich natürlich - vorstelle wie eine Ente englisch quakt, verstehe ich, was gemeint ist.

Okay, also nach Pattaya. Da noch viel Zeit bis zum ablegen der Fähre war, habe ich den Roller genutzt und bin morgens um halb zehn bei 32 Grad über die Straßen gerollert. Rucksack gepackt, mit dem Roller zum Hafen gefahren (4 Minuten Fahrzeit), Rucksack dort abgestellt, wieder zurück und ein letztes mal über den langen Strand der Bucht zum Hafen. Ruff uffe Fähre und tschüß Koh Samed.

... und in Ban Phe rein in den klimatisierten Minbus und in eineinhalb Stunden in Pattaya. Von der Busstation noch mit nem Roller (Rucksack auf dem Rücken, also quasi zu dritt, was hier nicht selten ist. Hier wird alles als Transportmittel für alles genutzt, und zwar immer mehr als sein sollte) zu Christians Vater. Der hatte einen Transport zum Park geordert. Um halb vier war ich da, um vier sollte es weiter gehen. Gegen sieben leeren wir das dritte Bier, kurz danach kam der organisierte Fahrer und dann ging los....

Leider hatten ca. 500000 Thailänder die gleiche Idee, da es aus einem nur Buddha nachvollziehbaren Grund irgendwelche Feiertage gab (nicht das es hier für den Durchschnittsthai so etwas wie einen freien Tag gibt) und diese Massen über die selbe Straße wie wir wollten (okay, es gab keine Alternative). Das Ergebnis waren rd. 200 km in sechseinhalb Stunden. Bei der Ankunft gegen halb zwei nachts war die avisierten Unterkunft bereits geschlossen aber mit vereinten Kräften (unser Navi,  die Kids auf der Tankstelle und der Initiative unseres Fahrers) bekamen wir dann noch ein Zimmer in einem 'Motel' (Parkplatz direkt vor der Eingangstür) und ca 20 Sekunden nach Betreten des Zimmers schliefen wir.


Dienstag, 23. Dezember 2014

Cruisin' the Island

Heute ist Roller fahren angesagt. Nach dem üblichen morgendlichen Hangover 'Frühstück' in 'unserem' Strandlokal, der SeaBreez, direkt am Meer, das hier morgens immer recht entgegenkommend ist. Also oben warmen Tee rein, während unten die Brandung die Füße kühlt.
Dann zum Rollerverleih, unkompliziert -auch bei der Rückgabe - und günstig (300 Bat [40 Bath ~ 1 €] per Day incl Sprit -okay, den Tankinhalt kann man auf der doch recht kleinen Insel in dieser Zeit nicht verfahren- ) und die Insel erkunden.
Zuerst ganz in den Süden, Aussichtspunkt am Meer (was auch sonst), dann die Strände auf der Ostseite der Insel checken. Erste Bucht - klar, ein Ressort wie fast überall - sehr angenehm und relaxed, auf der Schaukel sitzen und entspannen. Weiter zur nächsten Bucht, Strand, dort der Hammer: auf 'nem Anlegesteg ein Restaurant, in einzelne Bereichen abgetrennt beschattet gegessen. Wow.
Danach die restlichen Strände erkundet. Fazit: wer's ruhig möchte, für den gibt's viele Ressorts, aber wir sind mit unserer Wahl absolut zufrieden, auch wenn der Bass der zahlreichen Strandbars bis spät in die Nacht wummert.
Den Abend bei Moijra, einer alternativ, esoterisch angehauchten Thailänderin und mit nem Strandspaziergang ausklingen lassen.
Zu Hause angekommen noch ein gutes Gespräch mit zwei Baden-Würtembergern, die letztes Jahr hier waren und überrascht über die echt gut ausgebauten Straßen waren - vor einem Jahr gab's meist nur Sandpisten. Aber so wie das nebenan im Bau begriffene nächste Hotel, Pension oder was auch immer gefühlt während unseres bisherigen Aufenthalts von der Bodenplatte bis zur Inneneinrichtung fertig gestellt wurde, bauen die Thais wohl auch ihre Straßen und wohl eigentlich alles. Nebenbei wurde noch ein Verkaufskiosk, der wegen des Baus wohl an der falschen Stelle stand, von ca. 40 Thais mal eben schnell die Straße (ansteigend) hochgetragen und dort abgeladen. Als wir abends wieder kamen, fand der Verkauf bereits am neuen Ortstatt. Ich sage nur: Respekt.
Wieder ein echt schöner Tag voller Eindrücke. Toll...

Sonntag, 21. Dezember 2014

Kleine Insel, tolle Zeit

Es ist inzwischen Sonntag, der 21.12.2014. Ich bin den dritten Tag auf Koh Samed. Heute habe ich das Gefühl, angekommen zu sein, hier, in Thailand.
Bootsausflug zu den benachbarten Inseln des Nationalparks. Koh Samed ist nämlich Teil eines Nationalparks, der die Inseln und einen Teil des Festland umfasst. Das hat zum Beispiel die Folge, dass alle Häuser nur unter den bestehenden Bäumen gebaut werden dürfen. Also keine Häuser über zwei Stockwerke und alles unter den Bäumen 'versteckt'.
In die 'SeaBreeze', einem von Thais direkt betriebenen Restaurant, gegangen, da Christian noch schlief (gleich 15 m vom Hoteleingang, direkt am Strand mit Blick auf die Morgensonne, unter Sonnenschirmen - denn es brutzelt in der direkten Sonne, auch um viertel nach acht - die äußersten Tische stehen im Wasser), angenehm, entspannt, geil.
Kaffee und Wasser musste her. Das was kam war farblich korrekt. Fürs Wasser kein Problem, der Kaffee, viel Zucker und Milch, noch mehr Überwindung und immer wieder Wasser zum Mund spülen und es war ein fantastischer Tagesbeginn. Während der ersten Zigarette begann sich dann auch der Darm zu entspannen. Also alsbald zurück zum Hotelzimmer, keiner da, klopfen, Hämmern, durch den Kopf ziehende Gedanken an Schlüsseldienste, Whattsappnachricht an Christian, zurück zum Strand, nix, kein Christian, die Hitze des Morgens wurde verstärkt durch die Hitze, die nach draußen drängte. Nach 'ner viertel Stunde (in meinem Zustand einer Annäherung an endlose Folter) kam ein Lebenszeichen von Christian, kurz danach getroffen, Schlüssel gekrallt und entspannt.
Dann also auf zur Bootstour. Natürlich mit dem Speedboot,  zwar der kleineren Variante, mit nur ca. 400 PS, aber immerhin! Die Tour war einfach nur geil. Eine Gruppe aus Asiaten (Thais, Chinesen), Amis, irgendwas nordischem, und was weiß ich. Die Deutschen mittendrin. Es galt, fünf Inseln in sechs Stunden zu erkunden. Die erste Insel war zugleich der längste Aufenthalt. Schon das ranfahren war der Hammer. Über der Insel kreiste ein Riesenschwarm von Flughunden. Am Tag. Bei ca. 35 Grad! Dort angelandet, Möglichkeit zum schnorcheln (für mich nicht der burner), während Essen vorbereitet wurde (an einem langen Tisch für alle), lecker Reis und Bratspieß mit nem Stückchen Hähnchen und Ananas - Premiere nach x Jahren, Huhn! -, lecker, kurze Exkursion zum Aussichtspunkt, was meint an zwischen den Bäumen gespannten Seilen einen Abhang hinauf, an dem Skisprungwettbewerbe statt finden könnten. Okay, leicht übertrieben aber bei der Hitze schon astrengend. Belohnung: wirklich tolle Aussicht bei null Wind und dem Gefühl eines Backofens. Schön, wenn man's mag. Dann vor die nächste Insel, dort schnorcheln durch eine natürliche Toröffnung im Fels. Hatte ich keine Lust. Weiter vor eine weitere Insel, dort schnorcheln zwischen Fischschwärmen, sehr tolle Erfahrung, die gucken dich an, sind um dich, ganz nah und berühren dich nur, wenn beabsichtigt. Geil. Danach noch anlanden an zwei weiteren Inseln, Möglichkeit zum Snack und dann zurück zum Strand in Koh Samed. Bis auf die erste sind es kleine Inseln, keine dauerhaft bewohnt aber als Einnahmequelle für den Tourismus genutzt. Kein Plan, ob das gut ist, jedenfalls empfinde ich das Wasser optisch nicht wirklich als sauber. Egal.
Um kurz nach fünf wieder am Strand und kurz danach im Fischrestaurant vom Morgen zwei Bier getrunken, mit Blick auf das Wasser und schön relaxed. Dann zum Zimmer, frisch machen, wieder zum Fischrestaurant und essen. Chillen auf Liegen am Strand, Cocktail, Bier, dann zur Reggaebar und der Abend nahm seinen Lauf.....
... was meint, dass die freundliche Bardame (Thaireggeastyle) uns gern für 1000 Bat 'n kleines Tütchen mit Ganja verkauft. Nach dem gestrigen Erlebnis am gleichen Ort mit einem Norweger, mit dem wir in ca 2 Minuten drei Tüten gezogen und wenig gemerkt hatten, sollte es halt ein Versuch sein. Dementsprechend wurde dosiert. Nur dass die Bardame wohl 'nen Blick für Bedürfnisse hat. Ergebnis: rauchen im Liegestuhl mit Blick aufs Meer. 10 Minuten später war allein die Vorstellung an Bewegung zu viel Bewegung. Irgendwann dann doch los - Chrille hat immer Fressflashs nach dem rauchen, leider war es schon zu spät und alles zu, wie wir eben. Kommunikation lief in eine Richtung, Chrille sah mich an, lächelte freundlich und befand sich ansonsten in einer tiefen Meditation. Irgendwann im Hotelzimmer angekommen und schlafen..

Freitag, 19. Dezember 2014

Unterwegs

Wir kehren Bangkok den Rücken! Und auf nach Koh Samed, Ko Samed oder Ko Samet, keine Ahnung, warum es drei Schreibweisen gibt, ist hier aber bei vielem so, was die Sache nicht erleichtert. Thailand ist eine Tonsprache und je nachdem, in welcher der fünf Tonlagen etwas ausgesprochen wird, meint es was anderes. Insofern ist es normal, dass ein Thai dich nie versteht, wenn du mit deinen mühsam erworbenen Buchstabenkenntnissen glänzen oder einfach nur höflich sein willst.
Nach den letzten entspannten Minuten auf dem Balkon also wieder runter nach Bangkok. Diesmal gleich zum Skytrain, der uns recht schnell zum östlichen Busbahnhof bringt. Dort zwischen den Fahrkartenschaltern hin und her geschickt, damit das T-Shirt auch wirklich bereits vor dem Besteigen des Busses durchgeschwitzt ist. Fahrkarte gekauft und rein in den Bus. Aircondition, toll. Auch dort wurden wir dreimal umgesetzt - ich hoffe, das hat nichts mit einer erforderlichen äußerst notwendigen sensiblen Gewichtsverteilung zu tun - und dann geht's los. Und zwar ca. 20 Meter zur Ausfahrt des Bahnhofs und in den üblichen Bangkoker Nicht-Verkehr.
Geistesblitz: deshalb die vier Stunden Fahrzeit, vermutlich ist Ko Samed direkt hinter der Stadtgrenze.
Nach ca 1,5 Stunden verlassen wir den Großraum Bangkok und es wird ländlicher. Durch eine nur wenig abwechslungsreiche grüne Landschaft fahren wir vorbei an Chon Buri, Pattaya und Rayong nach Ban Phe....
.... und sind in einem anderen Thailand angekommen. Hier ist alles viel ruhiger. Die Ankunft des Busses wurde vom Personal des Hafens durch heftiges Winken gefeiert. Da wir unsere Fährtickets bereits in Bangkok gekauft hatten, setzten wir uns erstmal in das 'Hafenrestaurant', also Tische und Stühle auf einem Pier am Wasser und aßen erstmal was. Zwar mussten wir dann 'ne ganze Weile warten, bis wieder ca. 20 Menschen zusammen kamen (erst dann fährt die Fähre, obwohl lt Fahrplan jede Stunde - aber mit dieser kleinen Einschränkung) und nach 'ner halben Stunde Überfahrt betraten wir die Insel.
Ausgerüstet mit Navi sollten wir das nur 1,7 km entfernte Hotel doch locker finden und entspannt erreichen. Also los zu Fuß. Soweit die Theorie. In der Praxis gelang uns das auch gut, allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass jeder Meter hier ca. 10 Meter in Berlin entspricht. Mit 15 kg Gepäck auf dem Rücken ist das schon anstrengend. Das Hotelzimmerchen schließlich ließ Christian an meinen Auswahlmöglichkeiten bei der Reservierung zweifeln. Okay, es waren nicht die ca 50 qm, die uns in Bangkok zur Verfügung standen, aber der ein oder andere Quadratmeter kam insgesamt schon zu stande.
Also Rucksack in die Ecke und die ca. 30 m zum Strand. Und es war Urlaub....

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Zwei Tage Bangkok kreuz und quer

Zwei Tage wollen wir Bangkok erkunden. Wir haben während der Morgenzigarette mit fantastischem Blick über die Stadt und den sie durchschlängelnden Chao Praya beschlossen, es zu Fuß zu versuchen. Also runter vom 49. Stockwerk des State Tower auf Strassenebene.
Erster Wunsch: Kaffee!!! Gleich gegenüber - allerdings vier Straßenspuren entfernt - das Zauberwort: Coffee! Also entgegen der eindringlichen Ermahnungen unserer Eltern zunächst nach links gucken. Gar nicht so leicht, sich umzustellen.
Schließlich geschafft und mit einem sauguten Kaffee belohnt.
Und los gehts. Erstmal die Silom Road runter. Wir wohnen im Bangkoker Geschäftsviertel und die Silom ist eine großzügig angelegte Einkaufsstrasse, mit vielen Straßenständen, mehr Menschen und noch mehr Verkehr. Sie geht in gerader Linie vom State Tower zum Lumphinipark. Der Lumphini ist eine von der Größe her mit der Hasenheide vergleichbare, aber völlig andere Grünanlage mitten in der Stadt.
Anders! An allen Eingängen Wächter oder Polizei. Keine Ahnung, wer was ist, hier trägt gefühlt jeder vierte irgendeine Art von Uniform. Im Park definitiv Polizei, die uns ca. 250 m nach Überqueren des Eingangs darauf aufmerksam macht, doch bitte den markierten Fußgängerbereich und nicht die für Radfahrer vorgesehene Fläche des Parkwegs zu benutzen. Okay!
Im Park, wie auch an vielen anderen Orten meist Rauchverbot, theoretisch geahndet mit 2000 Baht, ca 50 Euro. Teure Kippe, aber wenn's sein muss....
Aber nee, es raucht in den markierten Bereichen keiner. Nie!
Der Park ist von der Anlage her toll, mit nem See im zentralen Bereich, Wegen, Bänken und nicht so warm wie in den Häuserschluchten.
Während wir also dort rumliefen, kam uns gemächlich eine ca 1,5 m lange Echsenart entgegen. Die und einige kleinere Artgenossen leben im Park. Klar, auf der Straße hätten selbst die keine Chance. Entweder überfahren oder für den Verzehr zubereitet...
Jut, weiter. Vom Park zum .. Fluß... also los. Durch endlose richtig fette Straßen mit je 4 oder 5 Spuren und einem breiten Mittelstreifen, auf dem die Stützpfeiler der Metro, eines Teils des öffentlichen Transportsystems, verankert sind. Und über all dem der Skytrain, ein weiterer aber eigenständiger Teil der 'Öffentlichen'.
Unten, auf unserer Atemhöhe Autos, Kleinbusse, normale Busse, Reisebusse, Motorräder, jede Menge Roller und sogenannte Tuk Tuk's, dreirädrige Vehikel mit kleiner überdachter, aber ringsum offener Sitz- oder Liegefläche. Das alles schwappt im Ampeltakt durch die Stadt, wobei die Roller und die Tuk Tuk's jeden Quadratzentimeter nutzen, um an den anderen vorbei zu kommen und als erste von der nächsten Ampel wegzukommen. Damit geht's meist recht zügig oder man ist zumindest in Bewegung. Der Gestank bei all dem ist unglaublich.
Irgendwann schleppen wir uns eigentlich nur noch dahin und müssen uns eingestehen, die Dimensionen in dieser Stadt unterschätzt zu haben. Zu Fuß kommen wir nicht mehr bei klarem Bewusstsein am Fluss an. Als wir kurz am Straßenrand ... nun, nicht zu Atem kommen wollten, denn das ist eh nicht möglich, okay, verschnauften..., wurden wir von einem freundlichen Tuk Tukfahrer angesprochen, der uns erlöste. Also ..., zunächst..., denn was folgte, war eine sehr interessante Möglichkeit, Gelassenheit und Angstfreiheit praktisch anzuwenden. Total abgefahren und bei permanentem Gebrauch garantiert tödlich.
So kamen wir also irgendwann am Fluss an und es begann eine tolle Zeit mit einer Longboatfahrt durch die Kanäle, der Besichtigung der Tempelanlagen des Wat Pho mit einer 46 m langen und 15 m hohen Buddhastatue und des Wat Arun mit dem 82 m hohen prang, der teilweise bestiegen werden kann soweit man in der Lage ist eine für die Begehung durch Lebewesen mit mindestens vier Beinen konzipierte sehr steile Art Treppe zu erklimmen. Die Aussicht ist toll und die Luft fühlt sich frisch an. Es folgten die Khao San Road - ehemals eine Sammelstelle für Backpacker, heute eher Mallorcafeeling, aber entspannt und längst nicht so aufdringlich, exotisch gemixt mit im westlichen Teil der Welt nicht erhältlicher Nahrung. Die Skorpione haben wir uns verkniffen, aber gegrillte Maden sind okay während Heuschrecken langweilig sind.
Weiter nach Chinatown, der gefühlt größten Garküche der Welt, des Blumenmarktes, Essen am Straßenrand für zwei Euro fünfzig inkl. Getränk und und und ...
Eine tolle Zeit...

Dienstag, 16. Dezember 2014

The Day after

Nach einer gefühlten Ewigkeit, insgesamt 11,5 Stunden Flug, einem Zwischenstopp in Moskau der die Möglichkeit bot, ein Bier für acht Euro zu trinken bin ich in Bangkok angekommen. Das Appartement liegt in einem Tower im 49. Stock, befindet sich aber lautstärkemäßig im Erdgeschoß.
Bangkok ist ein Moloch, der zunächst schwer zu durchschauen ist. Die Menschen sind sehr hilfsbereit, auch die zahlreich vertretenen Mönche weisen gern den Weg - nicht zwingend zum erwählten Ziel, aber immer zu Buddha.

Freitag, 12. Dezember 2014

Die Ruhe vor dem Sturm

Es ist Sonntag Abend. Morgen geht's los. Der bisher längste Trip innerhalb des Trips. Spüre ein ziemliches Kribbeln in mir. Angenehm. Nicht angespannt, bedrückend sondern nur fließende Energie.

Ja, morgen geht's los. Rucksack gepackt, alles notwendige organisiert - meine liebe Freundin Eva und die nicht minder liebe ewige Herausforderung Grit kümmern sich um die Versorgung der Pflanzen - die Wohnung harrt eines möglichen Besuchs der sich duplizieren, teilenden, im Glück schwelgenden Melanie, die Kollegen beginnen, meinen Namen zu vergessen, die Ohren meiner Freunde können entspannen, kurz ich kann sorgenfrei starten.

Der Countdown läuft also. Noch 14 Stunden...