Donnerstag, 8. Januar 2015

Abschied

Wir haben uns entschieden. Nach neun tollen Tagen in Chiang Mai werden wir am heutigen Freitag weiterziehen. Und zwar nicht wie geplant weiter in den Norden, nach Chiang Rai und ins goldene Dreieck; denn dort sind in den nächsten Tagen nur 18 -20 Grad und Regen angesagt. Dschungeltouren im Regen, wenn die  Moskitos besonders aktiv sind, nein danke. Ich habe zwar ein thailändisches Insektenschutzmittel mit 95 (!) % DEET, aber das verursacht wundersamerweise immer Kopfschmerzen. In D sind wohl nur bis zu 50 % DEET erlaubt. Und gestochen worden bin ich bisher trotzdem ohne Ende. Außerdem ist es gut, sich noch etwas aufzuheben. Berge, Reisfelder, Asien halt.

Statt dessen fliegen wir in den Süden, nach Phuket, und nicht mal über Bangkok. Als dekadente Westeuropäer gönnen wir uns den Direktflug. Zwar klang es nach den Erzählungen der freundlichen Dame im Ticketoffice, die überraschenderweise deutsch sprach, spannend, mit NokAir zu fliegen (Billigairline mit Zwischenstop in Bangkok), aber Christian bevorzugte aus stoffwechselrelevanten Gründen den direkten Weg. Also besteigen wir um 8.45 Uhr den Flieger der SmileThai, um knapp zwei Stunden später in Phuket zu landen. Dort regnet es zwar auch gelegentlich, das aber bei 30 Grad. 

Die beiden letzten Tage habe ich am Pool und mit letzten Besorgungen verbracht. Erholung für die müden Füße, die doch ziemlich beansprucht werden. Da hilft auch keine Fußmassage. Langsam geht auch der mitgebrachte Tabakvorrat zur Neige und Tabak zu bekommen ist hier ein ebensolches Adventure wie eine Dschungeltour. Nicht dass es keinen gibt. Aber westlicher Tabak ist grundsätzlich teure Importware (knapp 10 €) und vom asiatischen Tabak (meist gut verschweißt, sodass keine Geruchsprobe möglich ist und das was gerochen werden kann, will ich nicht rauchen) wird eher abgeraten. Noch bin ich aber nicht bereit, auf fertige Zigaretten auszuweichen. So setze ich meine Hoffnungen auf Phuket.

Heute hat es übrigens zum ersten mal seit meiner Ankunft in Thailand geregnet (zumindest bezogen auf die Gegenden, in denen ich mich aufhielt). 

By by Chiang Mai.






Dienstag, 6. Januar 2015

Zipline im Dschungel

Ich habe mich irgendwann in den letzten Tagen entschieden, mal ein richtiges Touristenadventure mitzumachen, nämlich Zipline (auf deutsch Seilrutsche). Kennt man ja aus dem Kletterwald Potsdam, dort wird die Riesenseilrutsche mit 300 Metern Länge umworben. Nun, die gebuchte Tour verschaffte mir 48 Rutschen, die längsten 200, 400, 450 und 900 (!) Meter lang. Dazu kamen sog. 'Abseils', ist wie Bungeejumping im Klettergeschirr und mit dem Kopf nach oben, von 20, 30 und 50 Metern. Dazu dann (gähn) 'n paar Hängebrücken.

Allein die Anfahrt war ihr Geld wert. Mit einem Minibus abgeholt, werden wir (10 Leute) in die Berge gefahren, in einen Bereich des Nationalparks, der für solche Aktivitäten wohl freigegeben ist, da ich auf der Hinfahrt diverse Hinweisschilder von unterschiedlichen Anbietern dieser Trips gesehen habe. Die Straße hoch und runter, über Bereiche, wo durch Steinschlag der Asphalt weg ist, über Geröllpisten und schließlich Sandwege zu einer Ansammlung von Hütten. Dort geht's los.

Das erste nach dem aussteigen ist die Optik, alles grün, hügelig und wuchernd. Kurze Einführung und los. Klar kam ich mir mit Helm und darunter befindlichem Haarnetz albern vor, aber was soll's. Also rein in einen offenen Pickup und über, tja, Waldwege oder ausgetrocknete Wasserläufe, bin nicht sicher, noch etwas aufwärts. Dann noch laufen und schon stehe ich vor der ersten Rampe. Zunächst die kurzen Zips, zwischen den Bäumen und nicht so hoch. Das macht Spaß, ja. Schließlich die erste der langen Bahnen, über einen schmalen Teil der Schlucht. Geilgeilgeil.

Zwei weitere Seile mit 400 und 450 m folgen. Wowowowow.

Und zum Schluß der Hammer, ein Seil mit 900 Metern, in kompletter Breite über das Tal, Flugzeit rd 45 Sekunden, am Rücken angeseilt, in der Mitte hoch über den Baumwipfeln der Schlucht, die ja allein bis zu 35 Metern hoch werden. Und egal wo ich hinschaue, nur grün und am Himmel die Sonne. Hammergeil.

Ich gebe zu, anfangs dachte ich hinsichtlich der Länge der Seile auch, na ja, ob da nicht ein bißchen geflunkert wird und es ist verdammt schwer, Entfernungen einzuschätzen, weil alles grün im Sonnenlicht erstrahlt. Aber als ich sah, wie sich die Frau vor mir schnell von der Absprungrampe entfernte und immer kleiner wurde um nach ner dreiviertel Minute als gerade noch erkennbarer Punkt auf der anderen Seite anzukommen glaube ich, die Längen stimmen.

Ach ja, die Sprünge in die Tiefe waren auch echt scharf. Denke über Bungeejumping nach ;-).

Abschließend bekamen wir noch eine Stärkung, ob adrenalinbedingt ausgehungert oder tatsächlichen,  das Essen war auch hier richtig lecker. Nix von dem kantinenmäßigen Zeug im Khao Yai.

Leute, vergesst die Touren, die in Europa angeboten werden, kommt nach Chiang Mai, allein - aber längst nicht nur - wegen der Zipline.

Den Tag ließ ich mit einer Massage in einem traditionell auf Thais eingestellten Studio ausklingen. Jede, wirklich jede der Frauen in dem Laden starte mich bei meinem Eintritt an. Die Kerle würdigten mich keines Blickes. Fuß-, Schulter- und Nackenmassage für 120 Bath, 3 €. Die Studios gibt es in jeder Preiskategorie,  ich wollt's mal original.

Unvergesslich.

Montag, 5. Januar 2015

Relaxed in Chiang Mai

Bin jetzt seit 5 Tagen hier und bisher haben wir die Weiterreise Tag für Tag verschoben. Die Stadt ist einfach toll. Klar, auch hier das asiatische Gewühl, aber auf eine Art, die einen unaufdringlich in ihren Bann zieht.

Am interessantesten finde ich bisher die Märkte. Es gibt den Saturday Night Market, den Sunday Night Market, den Walking Street Market, den Blumenmarkt und einige feste Märkte. Dieses Treiben entspringt der Tradition von Chiang Mai als Handelsplatz und wirkt überhaupt nicht gekünstelt oder wie eine Touristenfalle. Die Nichtasiaten sind klar in der Minderheit.

Da ich ohnehin am liebsten auf Märkten, im Freien,  einkaufe ist das toll. Und Handeln macht Spaß. Werde wohl ein Paket mit den erstandenen Dingen nach D schicken, denn alles Erfeilschte passt nicht in den Rucksack. Mal sehen, wie das wohl geht.

Also die Märkte....

.... nicht vergleichbar mit den in Europa bekannten. 


Am ungewöhnlichsten finde ich bisher den Waworot, auf dem man quasi keine Europäer antrifft. Hier kaufen die Thais. Der Waworot ist wie ein riesiger Bienenstock, aus dem geringstmöglichen Platz wird das Optimum an Verkaufsfläche herausgeholt. Man stelle sich ein riesiges mehrstöckiges Gewerbehaus mit großen Hallen vor, die in kleine Waben aufgeteilt sind. Diese werden an jeweils einzelne Verkäufer vermietet, verkauft, weiß ich nicht. Der Kunde geht dann durch schmale Gänge, in denen es grundsätzlich schwerfällt, aneinander vorbei zu kommen. Zusätzlich besteht das Gebäude aus Halbgeschossen, sodass man ständig über halbe Treppen muß, um in andere Bereiche zu kommen. Die Qualität der Ware ist wohl auf das monatliche Durchschnittseinkommen eines Thais, das bei 150 -250 € liegen soll, abgestimmt (lt Spiegel-Online). Das Ambiente bzw dessen fehlen wirkte auf mich zunächst befremdlich, aber die Atmosphäre war gut, die Leute unterhielten sich (und es störte mich nicht, dass ich immer wieder warten mußte oder es endlos langsam voran ging!!! Das Tempo passt einfach!), es war lebendig. Und das alles in einem Lagerhausambiente, das nach westlichen Vorstellungen als absolut abrissreif bezeichnet werden kann, beleuchtet von wenigen Neonröhren und dem ausreichend vorhandenen Licht der Stände. Dieses dann noch dupliziert, denn es gibt zwei dieser Lagerhäuser, die sich gegenüber liegen. Dazwischen und drumherum Stände ohne Ende. Irre.

Und das Grundprinzip der freien Händler bleibt gleich, ebenso wie bei allen 'fliegenden Märkten', die zu bestimmten Zeiten an unterschiedlichen Orten auf den Straßen stattfinden. Je nach der angesprochenen Käuferschicht wird allein das Umfeld, die Aufmachung der 'Läden', die Ware, qualitativ hochwertiger.

Ein wesentliches Element bei allen Märten sind die Garküchen, denn die Thailänder essen als Alternative zum Restaurant viel auf der Straße. Am besten gefallen mir die Straßenmärkte. Dort wird sehr viel Kunsthandwerk, Schmuck, Textilien usw aus den unterschiedlichsten Materialien angeboten, gute Sachen. Aber auch Müll (Plastik). Und natürlich jede Menge Möglichkeiten der Nahrungsaufnahme, sei es an Ständen 'to go', an mobilen Garküchen, die am Straßenrand oder in Nebenstraßen, Hauseingängen oder Nebengebäude von Nebenstraßen Sitzmöglichkeiten anbieten. Und im Gewimmel sitzen seelenruhig (meist blinde, wirklich!) Musiker oder laufen allein ganz langsam singend die Straße hinunter und machen teilweise wunderschöne, teilweise aber auch schräge Musik. Toll.

Neben den Musikern begegnen mir beim rumlaufen immer wieder total winzige alte Frauen (die gehen mir in der Regel bis zum Brustansatz, mit Hut) aus den nördlicheren Regionen, die selbstgefertigen Schmuck und Spielzeug aus Holz - besonders beliebt ist eine Holzratsche, die einen Vogelschrei nachahmt, der leider auf den Märkten öfter zu hören ist als in der Natur - anbieten. Ganz lieb.

Manche Märkte erstrecken sich auch in die Höfe der Klöster, die ohnehin fast alle immer offen sind und gerade nachts, wenn wenig bis nichts los ist, wundervolle Momente bereiten können. Die Mönche sind nicht mit den uns bekannten Kapuzenträgern zu vergleichen. Bestimmt haben alle ein Smartphone, das iPhone 6 wurde jedenfalls gesichtet und sobald sie allein unterwegs sind,  wird gedaddelt. Aber das habe ich nie gesehen, wenn sie in Begleitung anderer Mönche unterwegs sind. Frauen dürfen Mönche übrigens nicht ansprechen, aber demütig und mit gesenktem Kopf antworten. Tststs.

Und dann gibt es in der Old City unzählige Straßen und Gassen, in denen man immer wieder, mal geballt, mal entzerrt auf Restaurants, Bars, Kneipen und Cafés trifft.

Am Ende der Marktzeit wird in einer Geschwindigkeit abgebaut, die mich immer wieder in Erstaunen versetzt. An Kreuzungen, die wichtig für den Autoverkehr sind (spielt keine Rolle, wenn Markt ist, ist Markt), werden die Stände in gefühlt einer Zigarettenlänge abgebaut und 20 Sekunden später rollt die Blechlawine wieder.

Natürlich gibt es auch die modernen Einkaufszentren, und ich habe mir hier auch eins angesehen, aber die sind ähnlich wie bei uns und im Vergleich zu den Märkten leer. Die sprechen wohl eine andere Bevölkerungsschicht an, die noch in der Minderheit ist (?).

Auf dies angenehme Art vergeht die Zeit. Wohlfühlen. Entspannen. Urlaub.

Daher das bisherige verschieben der Weiterreise. Und es sind erst drei Wochen vorbei.

Chiang Mai, Anfang Januar 2014.

Sonntag, 4. Januar 2015

Hangover

Der heutige blog fällt auf Grund der alkoholbedingten Nachwirkungen der letzten Nacht aus.