Samstag, 17. Januar 2015

... und weiter auf der Insel unterwegs ...

... und erneut hat ein Ort so viel faszinierendes für mich, dass der Aufenthalt eben verlängert wird. Eigentlich müssen wir morgen, am Samstag aus dem Bungalow raus, ist wohl belegt. Mal gucken, wird schon was gehen, denn entgegen meines ersten Eindrucks ist es vielleicht doch ein sehr guter Ort, um zu schlafen und den Tag zu beginnen. Die Anlage ist nach Südosten ausgerichtet und so ab acht Uhr scheint die Sonne in den Bungalow und auf dessen Terrasse und im Restaurant (teil offene, teils überdachte Terrasse) ist es bis halb zehn schattig. Und es ist - abgesehen von den Longtailbooten, die fast überall an den Stränden laut knatternd Taxi spielen, Ware zu den Beaches und Buchten transportieren, zu einem privaten Turn angemietet werden können- echt ruhig und der Ausblick ist der Hammer. Also gern noch ein, zwei Nächte.

Allerdings hat die Abgeschiedenheit der Anlage auch Nachteile. Ein wesentlicher ist die Netzverbindung, egal ob Daten oder Telefon, Wifi oder was auch immer. Es bricht ständig zusammen und mehr als ein bißchen WhatsApp ist nicht drin. Dem Stromnetz ergeht es übrigens ähnlich. Ca. alle 15 - 30 Minuten gibt's kürzere oder längere Aussetzer. Na klar, die AirCon und die Kühlschränke fressen Strom ohne Ende, hier ist eben immer alles nicht so richtig auf die Masse der Menschen, die das ebenso wie ich erleben möchten, ausgerichtet.

Daher heute mit dem Longtailboat zum Tonsai Pier und in ein Café mit funktionierendem WLAN. Außerdem soll ja neben diesen Worten auch was zum angucken ins Netz und da wird's schwierig mit der Dataflat. Und es hat schon was, nach dem Frühstück den Weg und die Treppen zum Strand runterzulaufen, ein Watertaxi zu ordern und dann über einen echt alten und beanspruchten Pier oder direkt am Strand in das Boot reinzuklettern und die Fahrt über vorne am Bug zu sitzen. Sonne im Nacken die Küste entlang, Fahrtwind, türkisfarbenes Wasser, der knatternd Diesel ... megaentspannend ... grins ...

Nachdem die Netzverbindung in Tonsai definitiv besser funktioniert und weil wir schon mal da sind, liegen wir noch 'n paar Stündchen faul am Ao Lo Dalam zunächst im Schatten und dann in der Sonne rum und entscheiden irgendwann, zum ViewPoint zu gehen denn es soll von dort einen tollen Blick auf den Isthmus und den weitgehend touristisch nicht nutzbaren Ko Nok genannten Teil der Insel geben (wir leben auf dem größeren, Ko Nai genannten Teil). An dieser Stelle vielleicht mal ein Wort zum Sand an den Stränden. Kennt ihr das Gefühl, mit nackten Füßen durch Mehl zu gleiten, das zwischen den Zehen durchquillt und einfach nur superweich und sanft ist? So nämlich isses.

Also auf Höhe NN 0 los und hoch auf ca. 180 m, nicht ahnend wie die bewältigt werden müssen. Nämlich durch Treppen, richtig steilen, richtig langen Treppen, den Berg der Steigung folgend auf direktem Weg rauf. Als die endlich geschafft waren, ging's weiter mit Wegen, die nicht so steil wie die Treppen aber dafür umso länger immer bergauf führten. Es war die Hölle. Ich kam zu 100 % durchgeschwitzt und völlig fertig oben an. Christian war schneller als ich, hat dann aber länger nachgeschwitzt..

Nachdem oben angekommen die Aufmerksamkeit allmählich von der Konzentration auf die Selbsterhaltung wieder der Umwelt zugewandt werden konnte war sofort klar, dass es die Anstrengung wert ist. Ein mal! Oder vielleicht ....
Das Bild, der Blick mit dem ich belohnt wurde, ist eigentlich nicht zu beschreiben. Fantastisch.
Dabei zugleich die Gedanken dass aus dieser Optik völlig klar ist, warum der Ort so beliebt ist und warum der Tsunami alles mitreißen konnte bzw. musste. Wir bleiben, bis die Sonne hinter den Felsen von Ko Nok verschwunden ist. Auch hier oben sind wir umgeben von recht vielen Menschen und es ist friedlich und unaufdringlich. Sehr angenehme Stimmung. Und sauber, dafür habe ich die 30 Bath 'Eintritt' dann gerne gezahlt.

Denn das mit dem Müll bzw. der Entsorgung ist wirklich ein Problem. Recht sauber sind meist die Ressorts. Bis auf den Bereich, wo die eben ihren Müll entsorgen. Fällt bei großzügig angelegten Ressorts wie dem unsrigen erstmal nicht auf. Aber wenn ich abseits der angelegten Wege rumlaufe, sehe ich immer wieder Müllecken. Da sind dann auch Ratten. Und Schlangen. Und Mücken. Und die großen Kakerlaken, denen wir in unseren Zimmern bisher noch überhaupt nicht begegnet sind. Und je enger es wird, umso versteckter wird gelagert. Und umso mehr Leben, dem wir nicht begegnen wollen, ist um uns herum. Nee, ein bißchen Luxus ist schon okay.

Nun, jedenfalls sind wir irgendwann wieder den Berg runter (der Weg rauf ist übrigens zugleich die ausgeschilderte Tsunamirettungsroute und die meisten der Schilder sind lesbar), haben auf halbem Weg gut gegessen und uns schließlich bei Dunkelheit mit dem Longtailboat zu unserer Bucht fahren lassen. Einfach schön.

Ach, übrigens: in unserer Ecke der Insel sind wiederholt Hinweisschilder auf Affen und die damit verbundene mögliche Infektionsgefahr zu sehen. Ich dachte zunächst 'na klar, erzählt mal'. Bis heute morgen. Da taucht vor der Terrasse wirklich einer auf, will klauen und wird von den Angestellten der Anlage vertrieben. Also: es gibt tatsächlich freilebende Affen auf Koh Phi Phi. Cool.

Donnerstag, 15. Januar 2015

Südseefeeling, ja aber.....

Nach den ersten kurzen Eindrücken des gestrigen Nachmittags wollen wir mal gucken, was auf der Insel los ist. Da Christian ein anderes Tempo als ich hat, machen wir das getrennt.  Phi Phi besteht eigentlich aus zwei Inseln (eigentlich Kalksteinfelsen mit kleinen Buchten), die durch einen schmalen Isthmus verbunden sind. Auf dem waren ursprünglich Palmen und ein paar Hütten. Das alles wurde vor zehn Jahren durch den Tsunami weggefegt, aber alle Bilder zeigen noch den damaligen Zustand. Jetzt ist hier jeder Quadratzentimeter bebaut oder im Bau befindlich. Es ist ein Dorf entstanden, Tonsai Town (Übersetzung ehrlicherweise Touristendorf), in dem es nur Gassen mit Shops, Bars, Restaurants,  Massagestudios (der diversen Stilrichtungen) und Unterkunftsmöglichkeiten gibt. Ich fühle mich sofort wohl, schlendere durch die Gassen, finde französische Bäckereien und schließlich auf der der Anlegestelle gegenüberliegenden Seite die wohl ultimative Bucht, der Ao Lo Dalam.

Strandbar reiht sich an Strandbar, Matten auf dem Sand, ich werde zur 'Chilloutbar' geleitet, lasse mich nieder und .... stehe erst neun Stunden später wieder auf. War noch nie so lange an einer Stelle an nem Strand.

In der Zwischenzeit gesellt sich Christian zu mir, Stimulanzien in flüssiger und atembarer Form finden Eingang in unsere Körper und irgendwann ist das Grinsen nicht mehr aus unseren Gesichtern wegzudenken. Okay, ich habe noch nicht so viele Strände in meinem Leben kennen gelernt aber wenn es diesen Ort nicht gäbe, ich könnte ihn nicht erfinden. Der absolute Hammer, unter Bäumen im Schatten liegend, vor mir die Bucht, angenehme Musik in nicht störender Lautstärke, eine entspannte Vibration wie ich sie an europäischen Stränden nicht erlebt habe, kurz, das vorstellbare Paradies.

Als ich dann ins Wasser ging, erlebte ich jedoch wiederum die Zwiespältigkeit diese Landes. Die Bucht ist sehr flach und man muß schon ziemlich weit laufen,  um in tieferes Wasser zu gelangen. Was auch gut ist. Während ich so laufe, umspült bräunliches Gekräusel meine Füße. Christian schwört zwar darauf, es handle sich um Blüten, aber das überzeugt mich nicht. Später erfahre ich, dass die Kanalisation nicht so wirklich ausgebaut ist und ......

Obwohl im tieferen Wasser davon nichts mehr zu sehen ist beschließe ich spontan, diese wirklich megageile Bucht nur noch vom Land aus zu genießen. Schließlich gibt es andere Strände, die auch erkundet werden wollen.

Am nächsten Tag gehen wir, einer Empfehlung eines Münchner Pärchens folgend, zum Ao Lo Mu Di, einem Strand im Westen der Insel, an dem sich außer einer verschlafenen Bar und ein paar Hütten dort lebender Thais nichts befindet außer Palmen, Sand, Sonne und Meer. Dazu ein ständiger angenehm kühler aber keine Sandkörnchen mit sich tragender Wind.

Und hier ist es wirklich leer. Wir verbringen den ganzen Tag am Strand und sehen ca 15 Menschen. Fantastisch. Die Wasserqualität ist top, aber der Inselsockel fällt sehr schnell ab und wo es tief wird, schwimmen die großen Fische...

Einzig die Sandflöhe und die am Nachmittag aufkreuzenden Fliegen stören. Aber schließlich sind wir in Thailand und hier liegen Licht und Schatten wirklich eng beieinander.

Two beaches, different impressions.
But very very beautiful.


Edit: Internet hier auf der Insel ist meist 'ne Katastrophe. Daher unregelmäßige Posts.


Auf nach Koh Phi Phi

So schön auch Phuket ist, so fehlt mir die Mischung zwischen relaxtem Strandfeeling und Action. Es geht nur eines. Also machen wir uns auf nach Koh Phi Phi. Taxi mit Taxameter telefonisch geordert (die Taxifahrer verlangt sonst locker den doppelten Preis) und über die komplette Insel zum Hafen von Phuket-Town. Während der Fahrt die diversen Transportangebote des Fahrers ignoriert (jeder versucht, seinen Deal zu machen) und am Hafen das Fährticket gelöst. Rauf auf die Fähre, nach oben aufs Sonnendach und sofort stellt sich Südseefeeling ein. Toll.

Nach rd 3 Stunden Fahrt Ankunft auf Koh Phi Phi. Erster Eindruck am Hafen: oh Gott, schlimmer als jede Butterfahrt. Auf dem Pier jede Menge Menschen, die aufs Boot wollen, wir und die unzähligen anderen müssen aber zunächst runter. Folge: ein tierisches Gedränge und die Frage, wo wir hier gelandet sind...

Belagert von netten Menschen, die dir Unterkünfte aufdrängen wollen in eine Bar und durchatmen. Ein Telefonat später haben wir einen Bungalow an der Ostseite der Insel, im Phi Phi Hill Ressort. Da es auf der Insel keine Straßen und keine Autos gibt rauf aufs Longtailboat und drei Beaches zum Ressort schippern lassen. Wie der Name schon ankündigte, liegt das Ressort auf einem Berg. Glücklicherweise haben die 'ne Art Bergwerkslohre,  mit der die Rucksäcke nach oben befördert werden. Nur wir müssen die Treppen rauf. Nach Sauerstoff japsend oben angekommen, stellt die mürrische Dame an der Rezeption kommentarlos Wasser hin. Herrlich. Was spielt es dann noch für eine Rolle, dass der Bungalow ziemlich abgeranzt ist, schief steht und das Wasser aus der Dusche lediglich tröpfelt. Der Blick auf die Bucht, Sonnenaufgang auf der einen und -untergang auf der anderen Seite, reicht!

Beim Abendessen unten am Strand stellen wir fest, dass wir wohl am teuersten Beach der Insel gelandet sind. Jedenfalls habe ich bisher nirgends 12 € für ein Essen plus Getränk gezahlt. Also wieder rauf auf den Berg und fertig ins Bett.

Mit der Erkenntnis, dass jede Ortsveränderung in Thailand einen Tag dauert (wir haben rd 65 km in knapp sieben Stunden zurückgelegt) schlafe ich friedlich ein.

Sonntag, 11. Januar 2015

Phuket

Der dritte Tag auf Phuket. Ich hätte nicht gedacht, dass die größte Insel Thailand so schön ist. Natürlich gibt es die touristischen Hochburgen, in Patong und Phuket-Stadt. Und einige der wunderschönen Buchten sind exklusiv den dortigen Luxusressorts vorbehalten. Daneben aber gibt es diverse weitere tolle Strände. Wir sind in Naiyang, im Nordosten, in der Nähe des Flughafens. Vielleicht schreckt dieser Umstand viele Leute ab, wir aber sind froh, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. 2,5 km Sandstrand mit ziemlich wenig Menschen. Und kaum was los. Die Sea Pines Villa ist rd. 200 m vom Strand entfernt, mit Pool und allem Komfort. Das alles für 20 € pP. Nach den ersten zwei Nächten in einem sehr geschmackvoll eingerichteten Zimmer machte uns die Besitzerin die traurige Nachricht, wir müssen das Zimmer leider verlassen, war vermutlich überbucht. Aber sie gab uns ein Upgrade, jetzt sind wir im Thaihaus, für den gleichen Preis.
Wirklich bedauerlich ;-) Einzig das Betreten und Verlassen bereitet mir noch Kopfschmerzen, bin ich es doch nicht gewohnt, 130 cm niedrige Öffnungen zu durchschreiten.

Die Insel selbst ist riesig und durch die vielen Nationalparks in vielen Bereichen naturbelassen. Gestern ist mir beim Roller cruisen eine Horde Wasserbüffel begegnet. Respektgebietende Tiere! Und abends beim Bier am Strand tröpfelt es tatsächlich erneut, für ca 10 Minuten.

Relaxen. Erholung pur.

Zwei, drei Tage werden wir noch bleiben, bevor wir ein wenig über die Inseln hoppen.