Dienstag, 6. Januar 2015

Zipline im Dschungel

Ich habe mich irgendwann in den letzten Tagen entschieden, mal ein richtiges Touristenadventure mitzumachen, nämlich Zipline (auf deutsch Seilrutsche). Kennt man ja aus dem Kletterwald Potsdam, dort wird die Riesenseilrutsche mit 300 Metern Länge umworben. Nun, die gebuchte Tour verschaffte mir 48 Rutschen, die längsten 200, 400, 450 und 900 (!) Meter lang. Dazu kamen sog. 'Abseils', ist wie Bungeejumping im Klettergeschirr und mit dem Kopf nach oben, von 20, 30 und 50 Metern. Dazu dann (gähn) 'n paar Hängebrücken.

Allein die Anfahrt war ihr Geld wert. Mit einem Minibus abgeholt, werden wir (10 Leute) in die Berge gefahren, in einen Bereich des Nationalparks, der für solche Aktivitäten wohl freigegeben ist, da ich auf der Hinfahrt diverse Hinweisschilder von unterschiedlichen Anbietern dieser Trips gesehen habe. Die Straße hoch und runter, über Bereiche, wo durch Steinschlag der Asphalt weg ist, über Geröllpisten und schließlich Sandwege zu einer Ansammlung von Hütten. Dort geht's los.

Das erste nach dem aussteigen ist die Optik, alles grün, hügelig und wuchernd. Kurze Einführung und los. Klar kam ich mir mit Helm und darunter befindlichem Haarnetz albern vor, aber was soll's. Also rein in einen offenen Pickup und über, tja, Waldwege oder ausgetrocknete Wasserläufe, bin nicht sicher, noch etwas aufwärts. Dann noch laufen und schon stehe ich vor der ersten Rampe. Zunächst die kurzen Zips, zwischen den Bäumen und nicht so hoch. Das macht Spaß, ja. Schließlich die erste der langen Bahnen, über einen schmalen Teil der Schlucht. Geilgeilgeil.

Zwei weitere Seile mit 400 und 450 m folgen. Wowowowow.

Und zum Schluß der Hammer, ein Seil mit 900 Metern, in kompletter Breite über das Tal, Flugzeit rd 45 Sekunden, am Rücken angeseilt, in der Mitte hoch über den Baumwipfeln der Schlucht, die ja allein bis zu 35 Metern hoch werden. Und egal wo ich hinschaue, nur grün und am Himmel die Sonne. Hammergeil.

Ich gebe zu, anfangs dachte ich hinsichtlich der Länge der Seile auch, na ja, ob da nicht ein bißchen geflunkert wird und es ist verdammt schwer, Entfernungen einzuschätzen, weil alles grün im Sonnenlicht erstrahlt. Aber als ich sah, wie sich die Frau vor mir schnell von der Absprungrampe entfernte und immer kleiner wurde um nach ner dreiviertel Minute als gerade noch erkennbarer Punkt auf der anderen Seite anzukommen glaube ich, die Längen stimmen.

Ach ja, die Sprünge in die Tiefe waren auch echt scharf. Denke über Bungeejumping nach ;-).

Abschließend bekamen wir noch eine Stärkung, ob adrenalinbedingt ausgehungert oder tatsächlichen,  das Essen war auch hier richtig lecker. Nix von dem kantinenmäßigen Zeug im Khao Yai.

Leute, vergesst die Touren, die in Europa angeboten werden, kommt nach Chiang Mai, allein - aber längst nicht nur - wegen der Zipline.

Den Tag ließ ich mit einer Massage in einem traditionell auf Thais eingestellten Studio ausklingen. Jede, wirklich jede der Frauen in dem Laden starte mich bei meinem Eintritt an. Die Kerle würdigten mich keines Blickes. Fuß-, Schulter- und Nackenmassage für 120 Bath, 3 €. Die Studios gibt es in jeder Preiskategorie,  ich wollt's mal original.

Unvergesslich.