Dienstag, 30. Dezember 2014

Sukhothai

Es geht nach Sukhothai, die dortige Ruinen des ersten thailändischen Königreichs besichtigen. Um dort hinzukommen müssen wir zunächst ... - ... richtig, nach Bangkok. Also raus aus der Lodge, an die Straße und einen nach Bangkok fahrenden Minibus anhalten. Das ist einfach, denn die Minibusfahrer sind selbständige Unternehmer, die gern jeden mitnehmen, dabei aber relativ fixe Preise haben. Wir haben das Glück, einen Fahrer zu erwischen, der es eilig hat. Ängstliche Gemüter würden sagen, der fährt wie ein Lebensmüder. Stimmt nicht, denn 20 cm Abstand zur Stoßstange des Vordermanns bei 90 kmh sind völlig ausreichend. Schließlich soll der ja merken, dass man vorbei will. So kamen wir nach 1,5 Stunden im Norden Bangkoks an. Zur Weiterfahrt mussten wir dann aber noch 25 km nach Bangkok rein, zum Busbahnhof. Nachdem wir die Tickets hatten und im Bus saßen standen uns noch rd. 7 Stunden Fahrt bevor. Es zeigten sich mir dann die kleinen aber feinen anatomischen Unterschiede zwischen Asiaten und mir. Dort, wo der Sitz sich nach vorn zu neigen beginnt, um zum Kopfteil zu werden, habe ich noch viel Rücken übrig. Hätte ich mein aufblasbares und universell einsetzbares Nackenstützkissen nicht dabei, wäre ich gestorben.
Schließlich kamen wir Abends im zwischendurch gebuchten Ressort an. Da es bereits wieder dunkel war, nahmen wir die strengen Verhaltensregeln des Besitzers hin und konnten uns über ein großzügiges Zimmer in einer grünen Anlage erfreuen. Zwei Bier und ab ins Reich der Träume.
Das Reisen ist doch irgendwie anstrengend.
Am nächsten Morgen bestätigte sich mein Eindruck vom Vortag. Sukhothai (die bewohnte Stadt, nicht die Ruinenstadt) ist der bisher dreckigste Ort meiner Reise. Also schnell nen Roller gemietet und aus den neuen auf zu den richtig alten Ruinen. Wieder will keiner 'nen Führerschein sehen, also rauf und los. An der ersten großen Kreuzung bin ich etwas irritiert über das Zweiradgewimmel hinter der Kreuzung.  Scheiße, ne Kontrolle. Also schnell nach links abgebogen und über eine Parallelstraße weiter. Wobei parallel meint, ca 10 Km entfernt. Aber egal, Rollerfahren macht Spaß, auch wenn der wichtige rechte Spiegel ab 40 kmh nur noch die Blumen am Straßenrand anzeigt. Angekommen, Eintrittskarte gelöst und dann ganz entspannt mit dem Roller über die weitläufigen Anlagen gefahren. Ein Weltkulturerbe, dass motorisiert erkundet werden kann. Cool.
Die Anlage und die ganzen 'Wat's' (Tempel) sind schon beeindruckend,  auch wenn man wohl an die Spiritualität glauben muß, damit sich deren Zauber offenbart. Jedenfalls habe ich heute beschlossen, dass ich genug 'Wat's' gesehen habe. Also cruisen wir durch die wunderschöne Landschaft und entdecken tolle Orte.
Abends im einzigen noch geöffneten Restaurant gegessen (weil in diesem Ort alles zwischen 20 und 21 Uhr schließt), die gepriesene Bar besucht (gähn) und beschlossen morgen weiter zu fahren. Dorf kann ich auch in D.
An dieser Stelle mal ein Wort zum Lonely Planet Reiseführer (Ausgabe 2014). Das Teil ist mies. Bisher schon so viele Falschinformationen, dass sich der Nutzen arg in Grenzen hält. Lieber doch gleich selbst gucken.
Die Bilder im Kopf waren trotzdem wunderschön.