Freitag, 19. Dezember 2014

Unterwegs

Wir kehren Bangkok den Rücken! Und auf nach Koh Samed, Ko Samed oder Ko Samet, keine Ahnung, warum es drei Schreibweisen gibt, ist hier aber bei vielem so, was die Sache nicht erleichtert. Thailand ist eine Tonsprache und je nachdem, in welcher der fünf Tonlagen etwas ausgesprochen wird, meint es was anderes. Insofern ist es normal, dass ein Thai dich nie versteht, wenn du mit deinen mühsam erworbenen Buchstabenkenntnissen glänzen oder einfach nur höflich sein willst.
Nach den letzten entspannten Minuten auf dem Balkon also wieder runter nach Bangkok. Diesmal gleich zum Skytrain, der uns recht schnell zum östlichen Busbahnhof bringt. Dort zwischen den Fahrkartenschaltern hin und her geschickt, damit das T-Shirt auch wirklich bereits vor dem Besteigen des Busses durchgeschwitzt ist. Fahrkarte gekauft und rein in den Bus. Aircondition, toll. Auch dort wurden wir dreimal umgesetzt - ich hoffe, das hat nichts mit einer erforderlichen äußerst notwendigen sensiblen Gewichtsverteilung zu tun - und dann geht's los. Und zwar ca. 20 Meter zur Ausfahrt des Bahnhofs und in den üblichen Bangkoker Nicht-Verkehr.
Geistesblitz: deshalb die vier Stunden Fahrzeit, vermutlich ist Ko Samed direkt hinter der Stadtgrenze.
Nach ca 1,5 Stunden verlassen wir den Großraum Bangkok und es wird ländlicher. Durch eine nur wenig abwechslungsreiche grüne Landschaft fahren wir vorbei an Chon Buri, Pattaya und Rayong nach Ban Phe....
.... und sind in einem anderen Thailand angekommen. Hier ist alles viel ruhiger. Die Ankunft des Busses wurde vom Personal des Hafens durch heftiges Winken gefeiert. Da wir unsere Fährtickets bereits in Bangkok gekauft hatten, setzten wir uns erstmal in das 'Hafenrestaurant', also Tische und Stühle auf einem Pier am Wasser und aßen erstmal was. Zwar mussten wir dann 'ne ganze Weile warten, bis wieder ca. 20 Menschen zusammen kamen (erst dann fährt die Fähre, obwohl lt Fahrplan jede Stunde - aber mit dieser kleinen Einschränkung) und nach 'ner halben Stunde Überfahrt betraten wir die Insel.
Ausgerüstet mit Navi sollten wir das nur 1,7 km entfernte Hotel doch locker finden und entspannt erreichen. Also los zu Fuß. Soweit die Theorie. In der Praxis gelang uns das auch gut, allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass jeder Meter hier ca. 10 Meter in Berlin entspricht. Mit 15 kg Gepäck auf dem Rücken ist das schon anstrengend. Das Hotelzimmerchen schließlich ließ Christian an meinen Auswahlmöglichkeiten bei der Reservierung zweifeln. Okay, es waren nicht die ca 50 qm, die uns in Bangkok zur Verfügung standen, aber der ein oder andere Quadratmeter kam insgesamt schon zu stande.
Also Rucksack in die Ecke und die ca. 30 m zum Strand. Und es war Urlaub....