Nach den ersten kurzen Eindrücken des gestrigen Nachmittags wollen wir mal gucken, was auf der Insel los ist. Da Christian ein anderes Tempo als ich hat, machen wir das getrennt. Phi Phi besteht eigentlich aus zwei Inseln (eigentlich Kalksteinfelsen mit kleinen Buchten), die durch einen schmalen Isthmus verbunden sind. Auf dem waren ursprünglich Palmen und ein paar Hütten. Das alles wurde vor zehn Jahren durch den Tsunami weggefegt, aber alle Bilder zeigen noch den damaligen Zustand. Jetzt ist hier jeder Quadratzentimeter bebaut oder im Bau befindlich. Es ist ein Dorf entstanden, Tonsai Town (Übersetzung ehrlicherweise Touristendorf), in dem es nur Gassen mit Shops, Bars, Restaurants, Massagestudios (der diversen Stilrichtungen) und Unterkunftsmöglichkeiten gibt. Ich fühle mich sofort wohl, schlendere durch die Gassen, finde französische Bäckereien und schließlich auf der der Anlegestelle gegenüberliegenden Seite die wohl ultimative Bucht, der Ao Lo Dalam.
Strandbar reiht sich an Strandbar, Matten auf dem Sand, ich werde zur 'Chilloutbar' geleitet, lasse mich nieder und .... stehe erst neun Stunden später wieder auf. War noch nie so lange an einer Stelle an nem Strand.
In der Zwischenzeit gesellt sich Christian zu mir, Stimulanzien in flüssiger und atembarer Form finden Eingang in unsere Körper und irgendwann ist das Grinsen nicht mehr aus unseren Gesichtern wegzudenken. Okay, ich habe noch nicht so viele Strände in meinem Leben kennen gelernt aber wenn es diesen Ort nicht gäbe, ich könnte ihn nicht erfinden. Der absolute Hammer, unter Bäumen im Schatten liegend, vor mir die Bucht, angenehme Musik in nicht störender Lautstärke, eine entspannte Vibration wie ich sie an europäischen Stränden nicht erlebt habe, kurz, das vorstellbare Paradies.
Als ich dann ins Wasser ging, erlebte ich jedoch wiederum die Zwiespältigkeit diese Landes. Die Bucht ist sehr flach und man muß schon ziemlich weit laufen, um in tieferes Wasser zu gelangen. Was auch gut ist. Während ich so laufe, umspült bräunliches Gekräusel meine Füße. Christian schwört zwar darauf, es handle sich um Blüten, aber das überzeugt mich nicht. Später erfahre ich, dass die Kanalisation nicht so wirklich ausgebaut ist und ......
Obwohl im tieferen Wasser davon nichts mehr zu sehen ist beschließe ich spontan, diese wirklich megageile Bucht nur noch vom Land aus zu genießen. Schließlich gibt es andere Strände, die auch erkundet werden wollen.
Am nächsten Tag gehen wir, einer Empfehlung eines Münchner Pärchens folgend, zum Ao Lo Mu Di, einem Strand im Westen der Insel, an dem sich außer einer verschlafenen Bar und ein paar Hütten dort lebender Thais nichts befindet außer Palmen, Sand, Sonne und Meer. Dazu ein ständiger angenehm kühler aber keine Sandkörnchen mit sich tragender Wind.
Und hier ist es wirklich leer. Wir verbringen den ganzen Tag am Strand und sehen ca 15 Menschen. Fantastisch. Die Wasserqualität ist top, aber der Inselsockel fällt sehr schnell ab und wo es tief wird, schwimmen die großen Fische...
Einzig die Sandflöhe und die am Nachmittag aufkreuzenden Fliegen stören. Aber schließlich sind wir in Thailand und hier liegen Licht und Schatten wirklich eng beieinander.
Two beaches, different impressions.
But very very beautiful.
Edit: Internet hier auf der Insel ist meist 'ne Katastrophe. Daher unregelmäßige Posts.