An den letzten drei Tagen haben wir Koh Lanta kennen gelernt. Und ich durfte mal wieder einen Eindruck revidieren. Auch diese Insel hat ihre tollen Eigenheiten, die sie von den anderen unterscheidet und einzigartig macht.
Vorgestern wurden wieder mal Roller ausgeliehen und wir sind zu den hier noch vorhandenen Mangrovensümpfen losgecruised. War angenehm einfach, eine private Tour mit dem Longtail auszuhandeln und dann durch die vom Meerwasser durchfluteten Kanäle im Sumpfgebiet zu fahren war eigentlich schön. Leider machen die Boote einen Riesenkrach, es empfiehlt sich fürs nächste mal, ein Kajak zu nehmen (dann leider ohne Fahrtwind und mit körperlicher Anstrengung verbunden). Dennoch habe ich einen Eindruck bekommen und die auch hier vorhandenen Affen exklusiv anzusehen und zu füttern (klar, nur so geht's ja) war schön.
Da zum perfekten Tag noch was fehlte, haben wir uns auf die Suche nach den Höhlen, die es hier auf der Insel auch gibt, gemacht. Schnell gefunden, erstmal lecker eher thaitypisch gegessen (hier im Süden scheinen sich die Restaurants allgemein total auf Touristen eingestellt zu haben; es schmeckt meist gleich) und dann in einer Gruppe mit Guide (denn ohne is nich) wieder einen Berg rauf, zum Eingang der Khao Maikeao Cave. Christian meint, das sei eine der Top Ten Caves in Thailand. Haben die mehr als 10?
Das war schon toll, einen schmalen Pfad neben einem Bach hinauf zum Eingang der Höhle...
... der als solcher erstmal überhaupt nicht erkennbar war. Aber wir waren ja bestens ausgerüstet. Die coolen Trekkingschuhe waren im Bungalow, also los auf Flip Flops. Die Tour durch die Höhlen war anspruchsvoll und total schön, über aus Bambus angefertigte Behelfspfade durch schmale hohe Felsspalten, hinein in große Räume, durch flache Gänge und schließlich durch einen ca 40 cm flachen Spalt in weitere Räume. Irgendwann sind wir in einer Fledermaushöhle gelandet und es war schon beeindruckend, wie die Tiere sich am Fels über uns hängend im Licht unserer Taschenlampen bewegten und vereinzelt den Schlafplatz wechselten. Als wir verdreckt aber glücklich wieder das Tageslicht erblickten war es der perfekte Tag.
Bis ich mich auf meinen Roller setzen wollte, der keinen Reifendruck mehr hatte. Aber auch das wurde geklärt, Anruf im Ressort, an der Hauptstraße gibt es eine Werkstatt, soll ich hin. Gesagt, getan, Luft nachgefüllt und er roĺlte wieder.
Abends finden wir einen Strand südlich des von uns als Aufenthaltsort auserwählten ein richtig gutes Restaurant, Tische on the Beach, und ich genoss das beste Thai Curry ever. Danach entspannter Tagesausklang in der Freedombar.
Während des Höhlenbesuchs haben wir ein Bremer Pärchen kennen gelernt und für den gestrigen dritten Tag auf Koh Lanta eine 4-Leute-4-Insel-Tour organisiert, mit dem Longtailboat, auf dem sonst 12 - 16 Menschen mehr oder weniger Platz finden. Wir haben so jedenfalls genug davon. Zur Tour werden wir am Ressort abgeholt und quer über die Insel zum Pier gefahren. Dort über die vollen Boote (ja, seitlich rein und auf der anderen wieder raus, aufs nächste daneben angeleinte Boot) bis zu unserem Longtail. Die Mannschaft besteht aus zwei Mann, irgendwie beruhigend, denn schließlich fahren wir in einer Nussschale 20 km übers Meer. Das übrigens bewegt ist. Zumindest in solch einem kleinen Boot. Aber die Thais wissen schon, was sie tun.
Also fahren wir vom immer präsenten Knattern des Motors begleitet über das Meer zum ersten Stop, schnorcheln vor einem Felsen/Insel, der Himmel ist diesig und leicht bedeckt, der Fahrtwind und der Wellengang peitscht die Gischt über den Körper (in echt, du bist so schnell nass) dabei ist es richtig warm und einfach nur schön.
Und wieder ein wenig eintauchen am Rande dessen, was unter der Oberfläche abgeht. Schön, schwebend. Allerdings ist auch hier das Wasser nicht richtig klar, es sind viele ganz kleine, einige kleinere und wenige größere Fische zu sehen. Ich finds trotzdem schön, schon wegen des Perspektivwechsels, wie sich zum Beispiel die Wasseroberfläche von unten betrachtet nach oben wölbt. Und natürlich wegen der zutraulich Fische, die dir Ananas aus der Hand fressen bis ein ganzer Schwarm unterschiedlichster Fischarten um dich herum schwimmt, du von ihnen eingehüllt bist. Toll.
Auf der Fahrt zum nächsten Ziel ging dem Boot dann plötzlich die Puste aus. Oder eher die Schraube verloren. Ein plötzliches Ratschen, ein aufheulender Motor im Leerlauf und dann Stille. Die gesamte zweiköpfige Crew (die übrigens ebenso viel englisch verstand wie ich thai) grinste uns an und wirkte irgendwie irritiert. Schließlich zückte einer der beiden sein Handy und nach einer kurzen Plauderei kam ein ebenfalls mit Touristen bestücktes Longtailboat und schleppte uns in den Windschatten einer weiteren Insel, dem zweiten Schnorchelspot. Wir also ins Wasser, schnorchel schnorchel, wieder rauf aufs Boot .. und dann irgendwie warten, auf Ersatz, ob in Form eines Ersatzteils, eines Ersatzboots oder was auch immer ließ sich nicht in Erfahrung bringen wegen Thai und englisch.
Irgendwann kam ein Ersatzboot und wir konnten weiterfahren, dem nächsten Ziel entgegen. Das allerdings war der nächste Hammer. Das Boot ankerte vor der Klippe einer Insel, wir sollen ins Wasser und dem mit einer Taschenlampe ausgestatteten Guide folgen. Machen wir auch und es geht in einen Höhleneingang der knapp über der Wasseroberfläche nur wenig Luft ließ. Eine Wahnsinnsoptik, das türkisfarbene Wasser, das die Höhle von unten beleuchtet. Wir schwimmen weiter, durch totale Finsternis und nach einer Biegung ist ein wenig entfernt wieder ein Lichtschimmer zu sehen, der sich schnell türkisfarben erhellt, einem Ausgang entgegen. Und plötzlich bin ich innerhalb der Insel in einer Art Krater, der Talabeng Sea Cave. Das Meereswasser bildet einen See, umgeben von hohen Klippen, von oben scheint die Sonne, geradeaus ein kleiner Starnd, ich wollte nie wieder fort von dort. Waaahhnnsinn.
Auf der Rückfahrt zum Bungalow segeln wieder Seeadler über uns, die sind hier auf den Inseln noch oft zu sehen. Tagesausklang dann in einer Beachbar, bei einem fantastischen Sichelmond, der von der Sonne von hinten so stark angestrahlt wurde, dass der Mondumriss als Kreis zu sehen war. Never seen before.
So muss Urlaub.
Heute schließlich bin ich nochmal über die Insel gerollert, das macht bei dem Wetter so einen Spaß, Suchtfaktor! Zum Abschluss nochmal einige Strände angesehen, im Süden sind die Strände schöner, nicht viele Steinbrocken und schwimmen ist möglich. Während der Fahrt rennt mir eine Affengruppe vor den Roller, meine erste Vollbremsung. Und was machen die? Keinerlei Schuldbewusstsein, kommen neugierig zu mir, einer springt hinter mir auf die Sitzbank, aber als sie mir meine Tasche abnehmen wollen, gebe ich Gas und sie trollen sich. Tolles Erlebnis, vor allem weil es so nebenbei abläuft.
Vier super Tage auf Koh Lanta und morgen geht's auf die nächste Insel, mal gucken welche...