Sonntag, 18. Januar 2015

Zwischenspiel

Heute ist Sonntag, der 18. Januar 2015. Ich bin inzwischen gut einen Monat in Thailand. Mein Eindruck ist der eines Landes der Gegensätze. Irgendwie Tradition und Moderne. Klar, bisher habe ich nur einen kleinen Teil gesehen. Dennoch habe ich bisher den Eindruck, dass ein Teil der Bevölkerung ein traditionelles Leben führt, während ein anderer Teil die westliche Lebensart adaptiert bzw sich ihr anpasst. In den touristischen Hochburgen des Südens geht es zu wie am Ballermann ohne die Freizügigkeit. Überall dort, wo die Menschen auch vom Tourismus leben, geht es sehr gelassen zu, wohl mehr im 'ländlichen' Rhythmus.
Gegensätze: Tradition und Popkultur. Leben im Paradies und kein Umweltbewusstsein. Plastik- Glas- u Blechmüll (fast nur für Getränke) überall. Aber ständig wird 'der eigene Bereich' gereinigt, gefegt, gewischt... .
Tourismus als Einnahmequelle, aber gegenseitiges Unverständnis der jeweiligen Kulturen (zumindest auf normaler Bildungsebene, wie überall auf der Welt).
Die Thai Märkte, überall. Wenn sie in Betrieb sind, tobt dort das Leben. In der übrigen Zeit sieht es zwischen den leeren Ständen aus wie vergessen und nicht entsorgt.
Riesige Konsumpaläste neben ärmlich anmutenden Hütten. Reichtum und Armut. Das Land lebt mit und vielleicht auch durch seine Gegensätze. Nix Gleichmacherei.
Bisher bin ich nur freundlichen, hilfsbereiten oder zumindest entgegenkommen Menschen auf der Straße begegnet. Nur zuweilen das Servicepersonal erscheint unfreundlich, auch nix gänzlich unbekanntes. Und die des öfteren völlige Inkompetenz des Servicepersonals. Bestellst du ein Singha, kriegste ein Chang (Biersorten). Mehr als ein Gericht (+Reis) u ein Getränk kommt nie ohne Erinnerung, egal was außerdem bestellt wurde. Was einer macht (und damit Erfolg hat) machen alle nach, dadurch gleicht sich auch vieles, insbesondere bei den Bars.
Bilder:
In Sukkhothai auf der Hauptstraße liegt ein angefahrener Hund, kann sich nicht mehr bewegen und bellt in einer Tour. Die Autos fahren rechts und links vorbei. Vielleicht sieht ihn ja einer zu spät und erlöst ihn.
Die Tuktukfahrer. Einer hatte einen Vogel samt Papagei in einem Käfig auf dem Gefährt. Ist das nun quasi sein Haustier oder zeigt der ihm den Kohlenmonoxidgehalt an (wenn der Vogel von der Stange fällt, wird es Zeit den Atemschutz zu nutzen)?
Die Gemütsruhe der Thailänder. Egal wo, wann, was, keine Ausbrüche sondern entspannte Gelassenheit.
Auf Phi Phi: zwei Hunde, die den quasi menschenleeren Lo Mo Dee entlanglaufen, ins Wasser rennen, zur Sandbank schwimmen und dort halb im Wasser hoch über die anrollenden Wellen springen. Einer schwimmt dann zu einem Longtail, klettert hinten rauf und legt sich aufs Deck.
Der Longtailfahrer, der vor dem Start erstmal etliche Eimer Wasser aus dem Boot schippt, bevor unsere Fahrt beginnt.
Die Geräusche ausschließlich natürlichen Ursprungs, wenn mal kein Boat am Lo Mo Dee vorbeifährt. Und ständig Vogelgezwitscher und bei Sonnenuntergang geht's erst richtig los.
und und und
Es ist schön, keine Erwartungen zu haben, immer wieder überrascht zu werden, keinen Zeitplänen folgen zu müssen, einfach hier zu sein. Ich fühle mich in all dem super wohl und es ist einfach nur schön.
Ach ja: die Bungalowverlängerung hat problemlos geklappt (obwohl nach außen hin immer alles als 'totally booked out' dargestellt wird). Samstag und Sonntag mit chillen am Strand und überhaupt entspannend verbracht.
Morgen geht's nach Koh Lanta. Freu'.