Mittwoch, 28. Januar 2015

Nightmeer

Auf nach Phang Nga. Das bedeutet um 5.30 Uhr vor der Sonne und jedem Hahn (aber nach einigen Kollegen, kicher) aufstehen, verschlafen einen Kaffee (guter, aus der Espressomaschine, aber mehr is um die Zeit nich) trinken und mit dem Aufgang der Sonne die Lebensgeister erwachen fühlen. Um 6.30 werden wir zum Pier gebracht, wo das Taxiboot schon wartet. Um nämlich zu unserer Fähre (ein richtig solides großes Longtail) zu gelangen, müssen wir erstmal auf die Nachbarinsel übersetzen. Dann mit einem Pickup zu einem anderen Pier und dann erst auf die Fähre. Klang für mich als Berliner bisher immer recht kompliziert, ist es aber nicht. Hat super geklappt, nach ner guten halben Stunde waren wir viel zu früh am Pier.

Um 7.30 geht's dann los in einen leider recht trüben, teilweise wolkigen Tag und mitten zwischen den im Wasser liegenden Karststeinformationen hindurch. Und da ist wieder dieses tolle Feeling, der Tag beginnt eigentlich erst, die Sonne steigt auf, es wird wärmer, der Wind ist bereits warm, die Wasserspritzer sind angenehm, ich stehe vorn im Boot das an den riesigen Steinbrocken im schwachen Wellengang vorbei gleitet, während das Motorengeräusch mich sanft einlullt. Wunderschön.

Wie vorgesehen kamen wir um 9.30 in Ta Dao, ca 8,5 Km von Phang Nga Town entfernt an. Super, die Stadt soll eh nur häßlich und langweilig sein, also suchen wir uns gleich hier ne Bleibe. Aber erstmal Frühstück, Nudeln mit scharfer Currysoße, frisches Gemüse (soll man ja auf keinen Fall essen, sagen die Reiseführer), lecker. Dazu Kaffee. Während des essens (wie auch während der gesamten folgenden Zeit, sobald wir unser Hotelzimmer verlassen) werden wir schon von diversen hilfsbereiten Menschen, die uns Unterkunft, Boottrip, Marihuana (in genau der Reihenfolge) anbieten, zunächst belästigt, später nur noch genervt.

Gut, da uns alle Angebote wenig vertrauenerweckend vorkommen gehen wir erst mal ins Touristeninfooffice, gleich gegenüber, und landen dann in einem ca 100 m entfernten Hotel, einem heruntergekommenen Betonklotz mit sehr freundlichem und zuvorkommenden Personal, dass die Schweinepreise für Speis und Trank aber nicht rechtfertigen kann. Egal, nur für eine Nacht.

Also eingecheckt, nach kurzem überlegen auch gleich über das Hotel ein Longtail für eine 'private Tour' gebucht und eine Stunde später geht's los, rein ins Boot und auf ins .....

.... Gewühl. Nun sind wir doch noch dort angekommen, wo wir nicht hinwollten. Die Bucht ist rappelvoll mit anderen interessierten Massen. Okay, dafür kann keiner was, wir sind schließlich auch hier. Einerseits die wunderschöne Natur, andererseits die Massen.
Wir wollten Kajakfahren. Geht ja hier, hieß es. Stimmt auch, aber nur zusammen mit ca 5000 anderen Menschen. Und nix mit selber paddeln. Du wirst gepaddelt. Ginge auch nicht anders, bei dem Gewühl, denn die Longtails, viele Longtails, sind mittendrin. Dann durch die Grotte, ein totales Gedrängel; gefehlt hat eigentlich nur jemand, der den Verkehr regelt. Der Horror. Neckermann. Schnell weiter.

Leider war weiter auch nicht so einfach, wegen englisch und thai. Also den Plan, den wir vom Hotel bekommen haben, gezeigt. Meine Wahrnehmung dessen, was zwischen Christian und dem Captain lief: Ohne Kajak sind wir in 1,5 Stunden durch, alles andere ist zu weit weg. Gebucht hatte wir eine 5-Stunden-Tour zu von uns bestimmbaren Zielen. Um's kurz zu machen: es war scheiße. Der Tip laberte die ganze Zeit irgendwas in einem Mix aus Thai und Brockenenglisch,  Christian versuchte ihm unentwegt etwas begreiflich zu machen, das erkennbar weit über seinen Horizont ging. Dreck. Ach ja, die sog. James-Bond-Insel, ein kleiner Popelfelsen dessen Namen ich nicht weiß (ist aber auch unwichtig, da wollt ihr nicht hin) habe ich auch gesehen. Und nicht mal nen Bekannten getroffen.

Dennoch, trotz alldem finde ich es schon beeindruckend diese Landschaft aus der Nähe zu sehen. Das machen mir auch die vielen Menschen und der idiotische Bootslenker nicht kaputt.

Mal sehen, was die Reklamation bringt. Die vom Hotel wollte mit dem Bootsmenschen reden und uns morgen früh berichten. Wahrscheinlich war alles nur ein Mißverständnis, natürlich können wir auch zu den anderen Inseln fahren. Echt nur die totale Abzocke hier. Hier noch nen Tag bleiben? Never!

Morgen geht's weiter in den Kao Sok Nationalpark.